Mehr als 200 Menschen gegen rassistische „Bürgerwehr“

Mehr als 200 Menschen folgten am vergangegen Freitag einem Aufruf, sich dem ersten Auftritt einer rassistischen „Bürgerwehr“, die sich zu einem Großteil aus Mitgliedern der Neonazi- und Hooliganszene zusammensetzt, entgegenzustellen. Dies geschah dann auch praktisch: Der geplante Treffpunkt der „Bürgerwehr“, der Rathausmarkt, wurde von der antfaschistischen Kundgebung blockiert, so dass sich dort keine Rassist*innen blicken lassen konnten.

Im Anschluss formierte sich eine antifaschistische Spontandemonstration durch die Innenstadt und stattete unter anderem der Kneipe „Big Ben“ einen Besuch ab. Das Big Ben ist nicht nur durch eine rassistische Einlasspolitik in die Schlagzeilen geraten, sondern gilt auch als Treffpunkt für Neonazis und Hooligans.

Mit der Präsenz am vergangenen Abend konnte ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Es wird nicht hingenommen, wenn eine „Bürgerwehr“ versucht, Angsträume zu schaffen und unter dem Vorwand, sexuelle Übergriffe verhindern zu wollen, Rassismus schürt.

Bereits am Nachmittag demonstrierten ca. 450 Geflüchtete und Unterstützer*innen unter dem Motto „Menschenrechte sind unteilbar – Flüchtlinge für Frauenrechte“ in Oldenburg.

Ganz ohne Neonazipräsenz ging der Abend indes nicht zu Ende. Während die antifaschistische Demonstraton durch die Innenstadt zog, ließ sich eine Gruppe aus Mitgliedern und Sympathisanten des neonazistischen Pseudo-Motorradclubs „Blood Brother Nation“ am Rathausmarkt blicken. Mitglieder dieser Gruppe wurden von der Polizei kontrolliert, als sie vermummt im Umfeld der Demonstration unterwegs waren.

Es bleibt festzustellen, dass die Agitation für rassistische „Bürgerwehren“ in sozialen Netztwerken auf fruchtbaren Boden stößt. Im realen Leben haben die Rassist*innen hingegen mit Mobilisierungsproblemen zu kämpfen. Eine breite antifaschistische Mobilisierung kann weiter dazu beitragen, dass selbst ernannte „Bürgerwehren“ schlechte Erfolgsaussichten haben.


Mehr als 200 Menschen stellten sich dem Aufruf einer rassistischen „Bürgerwehr“ auf dem Rathausmarkt entgegen.


Antifaschistische Spontandemonstration durch die Oldenburger Innenstadt.


vor dem „Big Ben“ in der Wallstraße

Die Fotos können mit Quellenangabe (antifa.elf Oldenburg) frei verwendet werden. Falls die Bilder in höherer Auflösung benötigt werden, kann dies per Mail erfragt werden. Über eine Rückmeldung, wenn Bilder verwendet werden, freuen wir uns.

Pressespiegel:
„Keine Bürgerwehr zu sehen“ (Oldenburger Onlinezeitung)
„Unsichtbare Bürgerwehr“ (NordWestZeitung)