NPD-Landesparteitag in Bösel-Petersdorf: Ulrich Eigenfeld nicht mehr Landesvorsitzender

Bereits zum zweiten Mal nach 2015 nutzte der niedersächsische Landesverband der NPD den „Löwen-Festsaal“ in Bösel-Petersdorf (Landkreis Cloppenburg) für seinen Landesparteitag. Als amtierendem Landesvorsitzenden oblag es Ulrich Eigenfeld bzw. seinem NPD-Unterbezirk Oldenburg, den Landesparteitag am Sonntag, 28.Mai 2017 auszurichten. Erneut gelang es der Neonazipartei dabei nicht, sich im Geheimen treffen zu können. Fachjournalist*innen dokumentierten die Zusammenkunft, die nur etwa 30km von Oldenburg entfernt stattfand.


Ehemaliger Landesvorsitzender der niedersächsischen NPD: Ulrich Eigenfeld aus Oldenburg
Foto: recherche-nord

Vom NPD-Unterbezirk Oldenburg waren neben Ulrich Eigenfeld auch Bernd Neumann (Oldenburg) und der Vorsitzende Wilhelm Sudmann (Ehrenburg, Landkreis Diepholz) an der Organisation beteiligt.


Bernd Neumann, stellvertretender Vorsitzender des NPD-Unterbezirks Oldenburg
Foto: recherche-nord


der Vorsitzende des NPD-Unterbezirks Oldenburg: Wilhelm Sudmann
Foto: recherche-nord


Ein NPD-Mitglied aus dem Landkreis Oldenburg
Foto: recherche-nord

Im Gegensatz zum Parteitag 2015 waren dieses Mal jedoch keine Mitglieder der Kameradschaft „Freies Oldenburg“ zugegen. Die Neonazis um Eckhard Aden scheinen also auch nach der Absetzung von Albert Wille als Facebook-Administrator noch Probleme mit der Oldenburger NPD zu haben. Dies belegt auch offen geäußerte Kritik im sozialen Netzwerk Facebook.


Öffentlich geäußerte Kritik an der NPD Oldenburg
Foto: Facebook-Screenshot vom 06.06.2017

Ebenfalls in Bösel-Petersdorf vor Ort: Stanislav Danschikov aus Nordenham, der im Oldenburger Unterbezirk der NPD für die Bereiche „Organisation“ und „Russlanddeutsche“ zuständig ist. Seit kurzem gibt Danschikov in sozialen Netzwerken an, in den Landkreis Celle gezogen zu sein. Darüber, ob er seine Ämter im Unterbezirk offiziell abgegeben hat, ist aber noch nichts bekannt. Bei der Listenwahl zur Landtagswahl 2018 wurde Danschikov auf Platz 10 gewählt.


Stanislav Danschikov, im NPD-Unterbezirk Oldenburg zuständig für „Organisation“ und „Russlanddeutsche“
Foto: recherche-nord

Aus dem Unterbezirk Ostfriesland/Friesland erschien der Vorsitzende Jens Wagenlöhner aus Wilhelmshaven, der auch maßgeblich in der neonazistischen Kleinststruktur „Aktionsgruppe Weser/Ems“ aktiv ist. Außerdem dabei: Torsten Schönrock. Das ehemalige Mitglied der Partei „Freie Friesen“ war unter anderem auch Landesvorsitzender der nationalsozialistischen Partei „Deutsche Alternative“, die 1992 verboten wurde. Schönrock ist nun als Beisitzer im neuen Landesvorstand der NPD vertreten.


aus Friesland angereist: Jens Wagenlöhner und Torsten Schönrock
Foto: recherche-nord


Torsten Schönrock, damals aktiv für die nationalsozialistische „Deutsche Alternative“
Foto: recherche-nord

Bereits Anfang des Jahres hat die NPD ihre Liste für die Bundestagswahl 2017 festgelegt. Auch hier finden sich Neonazis aus der Region wieder, namentlich Torsten Schönrock (Platz drei), Ulrich Eigenfeld (Platz fünf), Wilhelm Sudmann (Platz acht) und Stanislav Danschikov (Platz elf). Allerdings ist es der Neonazipartei bis dato noch nicht gelungen, genügend Unterstützungsunterschriften zu sammeln, die für den Wahlantritt erforderlich sind.

Inhaltlich dürfte es bei dem nun stattgefundenen Landesparteitag durchaus auch um den desolaten Zustand der Partei in  Niedersachsen gegangen sein. Die organisatorische und personelle Schwäche der NPD sowie schwache Wahlergebnisse bringen viele Neonazis mit der Politik Eigenfelds in Verbindung. Der Oldenburger gilt in der Szene als zu gemäßigt und zu langweilig. Dementsprechend versagten viele parteifreie und militante Neonazis in der Vergangenheit der NPD in Niedersachsen die Unterstützung.


allein auf weiter Flur: Ulrich Eigenfeld während einer Kundgebung der NPD Niedersachsen in Osterholz-Scharmbeck am 07.05.2016
Foto: recherche-nord

Nun räumt Ulrich Eigenfeld aus freien Stücken seinen Posten und es übernimmt Manfred Dammann aus dem Landkreis Rotenburg/Wümme.
Eigenfeld bleibt dem Vorstand aber als Beisitzer erhalten. Inwieweit sich die Neonazipartei unter Manfred Dammann aus der Krise befreien kann, bleibt abzuwarten.

Pressespiegel:
Fotostrecke mit vielen Informationen von recherche-nord
Artikel auf „Indymedia Linksunten“
Bericht der Koordinierungsstelle gegen Rechts Oldenburg


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