Gerhard Vierfuß vertritt mit neuer Anwaltskanzlei die „Identitäre Bewegung“

Wir berichteten bereits, dass der ehemalige Sprecher des Oldenburger/Ammerländer Kreisverbands der AfD, Gerhard Vierfuß, stark mit der völkisch-rassistischen „Identitären Bewegung“ sympathisiert und diese auch durch Facebook-Beiträge und die Teilnahme an einer Demonstration in Berlin aktiv unterstützt.
Nun arbeitet Vierfuß, der außerdem Vorsitzender des nationalistischen Vereins „Oldenburger Kreis“ ist, auch aktiv mit der „Identitären Bewegung Deutschland“ zusammen. In seiner Funktion als Rechtsanwalt vertritt er den völkischen Scheinriesen dabei, gegen das Bundesinnenministerium zu klagen. Hintergrund der Klage ist die Einstufung der „IB“ als „rechtsextrem“ und folglich ihre Nennung in den Verfassungsschutzberichten der Bundesländer.


Gerhard Vierfuß (rechts) während einer Veranstaltung des völkisch-nationalistischen „Oldenburger Kreis“ am 26.08.2017
Foto: recherche-nord

Wie absurd diese Klage ist, wird unter anderem dadurch deutlich, wer seitens der IB als „Sprecher und Vertretungsperson“ in diesem Verfahren fungiert. Daniel Fiß aus Rostock hat, wie viele andere Führungskader der „Identitären“, eine bewegte Laufbahn in der neonazistischen Szene hinter sich. So war er führend in der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ aktiv und lief bei einer Demonstration hinter dem Transparent der „Nationalen Sozialisten Rostock“. In Werbevideos der JN sprach Fiß von einem „von den Demokraten verursachten Volkstod“.
Die jetzige Distanzierung vom offen neonazistischen Milieu ist als rein taktisch zu bewerten. Ideologisch gibt es zwischen Neonazis und der „Identitären Bewegung“ keinen Bruch. Es geht weiterhin um völkischen Rassismus und Nationalismus.

Gerhard Vierfuß arbeitet also bewusst mit einer Organisation zusammen, die zu einem beträchtlichen Teil aus Neonazis besteht. Er bezeichnet sie in einem Facebook-Beitrag als „Hoffnung unseres Volkes“ und bewundert ihren „unfaßbaren Mut, den Staatsorganen und der von diesen Staatsorganen aufgehetzten Öffentlichkeit mit offenem Visier die Stirn zu bieten“.


Gerhard Vierfuß: Pro „IB“, kontra Staatsorgane (Screenshot von Facebook)

Die Erfolgsaussichten von Vierfuß und „Identitärer Bewegung“ sind nicht zuletzt wegen Äußerungen wie dieser als überschaubar einzuschätzen.

Die Nähe zum völkischen Nationalismus zeigt sich auch in der neu gegründeten Anwaltskanzlei des Oldenburgers. Diese befindet sich im gleichen Gebäude, in dem auch die Räumlichkeiten des Rechtsanwalts Volker F. Felmy sind. Felmy ist Mitglied der Burschenschaft „Redaria-Allemannia Rostock“. Außerdem ist Felmy geschäftsführender Vorstand der „Vereinigung Alter Burschenschaftler“(VAB) in Oldenburg. In dieser Funktion lud er auch am 13.Oktober 2016 zu einem Vortragsabend mit der bekannten Holocaustleugnerin Imke Barnstedt aus Oldenburg.


unter einem Dach: Gerhard Vierfuß und Volker F. Felmy


Einladung von Volker F. Felmy zu einer Veranstaltung mit der Oldenburger Holocaustleugnerin Imke Barnstedt vom Oktober 2016

Gerhard Vierfuß ist also ein aktiver, gut vernetzter Teil der sogenannten „Neuen Rechten“. Ob er einen Status als „Szene-Anwalt“ erlangen kann, bleibt abzuwarten.


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