AfD erneut zu Gast im „Gesellschaftshaus Meyer“

Dass es im niedersächsischen Landesverband der „Alternative für Deutschland“ (AfD) kräftig rumort, ist kein Geheimnis. Der bisherige Landeschef Armin-Paul Hampel war bis zu seiner unfreiwilligen Abwahl durch den AfD-Bundesvorstand in den eigenen Reihen äußerst umstritten. In Niedersachsen hatte der ehemalige Fernsehjournalist viele Kreisverbände gegen sich. Auch wegen dieser parteiinternen Auseinandersetzungen sollte am Wochendende des 13. und 14. Januars ein unter kuriosen Umständen organisierter Landesparteitag in Hannover-Misburg stattfinden, der jedoch kurzfristig von Hampel abgesagt wurde.

Als diese Absage und die danach folgende Absetzung des Landesvorsitzenden noch nicht absehbar war, machte Armin-Paul Hampel am Donnerstag, 04.Januar 2018 Station in Oldenburg, vermutlich um sich Wahlmehrheiten beim geplanten Parteitag zu organisieren.


Antifaschistische Proteste gegen ein Treffen von AfD-Mitgliedern am 16.März 2017
Bild: http://antifatreff.blogsport.de

Ohne öffentliche Ankündigung trafen sich AfD-Mitglieder aus der Region, um den Ausführungen des damals noch amtierenden Landesvorsitzenden zu folgen. Dass diese Zusammenkuft überhaupt öffentlich wurde, ist der Unbedarftheit von Teilen der Wilhelmshavener AfD, die ebenfalls einer Spaltung unterlag, zuzuschreiben.

Schauplatz der nun stattgefundenen Veranstaltung war einmal mehr das „Gesellschaftshaus Meyer“ an der Nadorster Straße in Oldenburg. Bereits im März 2017 gab es antifaschistische Proteste gegen ein Treffen von AfD-Aktivist*innen in dieser Gaststätte. Der Inhaber scheint offenbar mit der völkisch-nationalistischen und antifeministischen Partei kein Problem zu haben. Im Gegenteil: Bei besagten Protesten wurden Antifaschist*innen aggressiv bedrängt und abgefilmt. Im Nachgang verschickte der Inhaber mehrere Online-Nachrichten an antifaschistische Strukturen, in denen er die Proteste mit „Nazimethoden“ verglich. Auch eine wütende Nachricht mit vielen Ausrufezeichen wurde abgesetzt, in der auf eine Gewalttat, die von einem vermeintlichen Migranten begangen wurde, hingewiesen wurde. Wir können diese Nachricht nur so deuten, dass damit die rassistischen und nationalistischen Ziele der AfD legitimiert werden sollen.


Antifaschistische Proteste gegen ein Treffen von AfD-Mitgliedern am 16.März 2017
Bild: http://antifatreff.blogsport.de

Es ist also von einer ideologischen Nähe des Inhabers des Gesellschaftshauses Meyer zur AfD auszugehen. Vermutlich wird sich die Partei auch weiterhin dort treffen können.
Armin-Paul Hampel brachte diese Veranstaltung indes vorerst nichts ein. Der Landesparteitag, für den die Werbetrommel gerührt werden sollte, fand nicht statt und wenige Wochen später wurde Hampel vom Bundesvorstand als Landesvorsitzender abgesägt. Eine Entscheidung, die der AfD-Kreisverband Oldenburg/Ammerland in einer Stellungnahme ausdrücklich begrüßte. Inwieweit dies allerdings für alle Mitglieder des lokalen Verbands gilt, ist nicht ersichtlich. Auch dort gibt es stetige Auseinandersetzungen um Auftreten, Strategien und Personal.


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