Imke Barnstedt – Bindeglied zwischen AfD, „Neuen Rechten“ und militanten Neonazis

Dass die Oldenburger Schauspielerin Imke Barnstedt politisch bundesweit gut vernetzt ist, stellt kein Geheimnis dar. Neben ihrem bekannten Auftritt 2003 auf der Wartburg, bei dem Barnstedt mit holocaustleugnenden Transparenten auftrat, war die Schauspielerin schon in zahlreichen Neonazi-Organisationen aktiv. Vom sogenannten „Berliner Bund freier Bürger“, dem Barnstedt in den 1990ern angehörte, über die sogenannte „Deutschland-Bewegung“ bis hin zum mittlerweile verbotenen Verein „Bauernhilfe e.V.“, bei dem Barnstedt bis 2007 Schatzmeisterin war. Die „Bauernhilfe“ gehört zum Umkreis der bundesweit bekannten notorischen Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel und hatte zum Zweck, die Finanzen von verstorbenen Alt- und Neonazis zu verwalten.

Nachdem die Schauspielerin wohl zum Wohle ihres Oldenburger Kleinsttheaters „Berliner Zimmer“ auf Nachfrage immer wieder beteuerte, mit der Neonaziszene nichts zu tun zu haben, konnte diese Behauptung Ende 2014 widerlegt werden als Barnstedts Teilnahme an einem Treffen der Neonaziszene in der sogenannten „Gedächtnisstätte“ im thüringischen Guthmannshausen dokumentiert wurde .

Zuletzt nahm Imke Barnstedt an einer Demonstration der militanten Neonaziszene in Bielefeld teil, die sich mit der mittlerweile inhaftierten bundesweit bekannten notorischen Holocaustleugnerin Ursala Haverbeck-Wetzel solidarisierte.


Imke Barnstedt auf einer Neonazi-Demonstration in Bielefeld.
Bildquelle: Nutshell Fotografie

BielefeldOldenburg
Ein weitere Person (Bildmitte) aus Oldenburg war in Bielefeld zur Unterstützung Haverbeck-Wetzels vor Ort.
Bildquelle: Nutshell Fotografie

Hillers Wagenlöhner
Auch in Bielefeld vor Ort: Die beiden Neonazis Jens Malter Hillers und Jens Wagenlöhner aus Wilhelmshaven.
Bildquelle: Nutshell Fotografie.

Imke Barnstedt und ihre Verflechtungen zur AfD Stadt Oldenburg / Ammerland

Es lässt sich also eine kontinuierliche Verbindung Barnstedts zur militanten und geschichtsrevisionistischen Neonaziszene nachweisen. Und wie so oft lassen sich auch hier Verbindungen in das Milieu der sogenannten „Neuen Rechten“ nachweisen, welches offiziell natürlich nichts mit Nationalsozialist*innen und Holocaustleugner*innen zu tun haben will.

Neben Auftritten bei der „Vereinigung alter Burschenschaftler“, die zum Umfeld des völkischen „Oldenburger Kreis“  rund um den AfDler Gehard Vierfuß zählt, ist die Schauspielerin auch direkt mit der hiesigen AfD verbandelt. So nahm die Holocaustleugnerin an einer Wahlkampfveranstaltung der AfD zur Kommunalwahl 2016 auf dem Julius-Mosen-Platz teil. Kein Einzelfall. Am 10.Juni reiste Barnstedt mit Mitgliedern des AfD-Kreisverbandes Oldenburg-Stadt/Ammerland ins emsländische Papenburg, um dort an einer gemeinsamen Kundgebung des rassistischen „Frauenmarsch Niedersachsen“ sowie der niedersächsischen AfD teilzunehmen.

Barnstedt Papenburg
Barnstedt auf dem rassistischen „Frauenmarsch Niedersachsen“ in Papenburg.
Bildquelle: recherche-nord.

BarnstedtOldenburg
Barnstedt und eine AfD-Aktivistin aus Oldenburg.
Bildquelle: recherche-nord.

„Bekenntnisse zum Völkermord“ – Barnstedt veröffentlicht antisemitische und rassistische Hetzschrift

Neben dem Besuch von einschlägigen Neonazi und AfD-Demonstrationen hat Imke Barnstedt von der kritischen Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt ein Buch veröffentlicht. Der Titel „Bekenntnisse zum Völkermord – Die Globalisten, ihre Marionetten und prominente Gegenstimmen“ verrät recht schnell, dass Barnstedt ihrem Antisemitismus treu geblieben ist. Auch weitere Zitate aus dem Buch zeigen ein zutiefst antisemitisches und rassistisches Weltbild. Als weiterer Autor ist Robert Steinert angeben. Steinert ist indes kein Unbekannter. So gehört er zum Kyffhäuser-Faksimile-Verlag in Mengerskirchen, welcher unter anderem Bücher der Antisemitin Mathilde Ludendorff vertreibt.

Steinert bedrohte auch schon einen Journalisten, welcher sich kritisch mit der bereits erwähnten sogenannten „Gedächtnisstätte“ in Guthmannshausen auseinandersetzte. Diese ist unter anderem in die Presse geraten durch Geschichtsrevisionismus und die Holocaustrelatvierungen eines Vorstandsmitgliedes.
Inhaltlich wirbt das Buch mit Beiträgen von Michael Winkler. Winkler seines Zeichens ist, wenig überraschend, aktiver Holocaustleugner.

Auch der Verlag in dem das Buch erschien, ist einschlägig bekannt. „Der Schelm“ – Verlag ist bundesweit in die Schlagzeilen geraten, weil er Hitlers „Mein Kampf“ unkommentiert veröffentlicht hat. Inhaber des Verlages ist Neonazi Adrian Preißinger, welcher zeitweise drei Jahre in Haft saß wegen Volksverhetzung. Neben „Mein Kampf“ finden sich im Verlag auch Texte des NS-Ideologen Alfred Rosenberg zum Verkauf.

Schelm Verlag Aufkleber
Aufkleber des „Schelm-Verlages“ vor Barnstedts sogennantem „Berliner Zimmer“ in Oldenburg.
Bildquelle: antifa.elf Oldenburg.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sowohl das Buch, als auch die Autor*innen und der Verlag durch und durch offen antisemitisch ausgerichtet sind. Ein Großteil sogar offen nationalsozialistisch. Ob dies weitere Folgen für Imke Barnstedt und ihr Oldenburger Theater haben wird, bleibt indes abzuwarten. Antifaschistische Interventionen konnten zuletzt weitere Auftritte verhindern. Zum Erwerb gibt es das Buch übrigens auch beim unter anderem wegen seiner schlechten Arbeitsbedingungen umstrittenen Internetkonzern Amazon, welcher in Barnstedts Wahnwelt von bösen „Globalisten“ und guten „Völkern“ vermutlich zu Ersteren gezählt werden würde.

Doch weder Barnstedts antisemitisches und rassistisches Machwerk noch ihre politische Arbeit als Nationalsozialistin sind scheinbar genug um die AfD Stadt Oldenburg / Ammerland oder die anderen Oldenburger Gruppierungen im ideologischen Dunstkreis der sogenannten „Neuen Rechten“ sich von ihr abzugrenzen. Im Gegenteil: Die Holocaustleugnerin besucht AfD – Wahlkampfveranstaltungen in Oldenburg und es werden gemeinsam Demonstrationen besucht. Es gibt Auftritte bei „Vereinigung alter Burschenschaftler“, welche wiederum der hiesigen AfD und dem „Oldenburg Kreis“ nahe steht. Trennlinien zwischen AfD, „Neuer Rechten“ und offenen Nationalsozialistin wie Barnstedt sind in Oldenburg nicht vorhanden.


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