Archiv der Kategorie 'eigene Veröffentlichungen'

AfD-Stadtrat Gerhard Vierfuß und die Neonazis

Auf seinen Twitteraccount hat der selbsternannte „rechte Anwalt“ und Oldenburger AfD-Stadtrat die Neonaziband „Sleipnir“ verlinkt. „Sleipnir“ veröffentlicht seit Jahren neonazistische Musik und pflegt Verbindungen zu militanten Kameradschaftsgruppen und dem mittlerweile in Deutschland verbotenen terroristischen Netzwerk „Blood and Honour“. In einer Konversation über den sogenannten „Volkstrauertag“ auf Twitter verlinkte Vierfuß das Lied „Opa ich vermisse dich“ von der Neonaziband. Inhaltlich wird in dem Text „klassischer“ neonazistischer Geschichtsrevisionismus betrieben: Die TäterInnengeneration des Nationalsozialismus wird in diesem Machwerk als heldenhaft verehrt.


Quelle: Screeenshot Twitter vom 17.11.2019


Gerhard Vierfuß bei einem Infostand der Oldenburger AfD am 18.05.2019
Quelle: Nutshell Fotografie

Ein deutlicher Kommentar Vierfuß‘s zum „Volkstrauertag“: Für ihn ist es scheinbar ein Tag des Gedenkens des deutschen Nationalismus.

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Wechsel im Stadtrat – Völkischer Hardliner rückt für die AfD nach

Anfang September dieses Jahres wurde bekannt, dass einer der beiden AfD-Abgeordneten im Oldenburger Stadtrat sein Mandat vorzeitig zurückgeben würde. Christoph Brederlow zieht sich nicht nur aus dem Kommunalparlament der Stadt Oldenburg, sondern gleich komplett aus der AfD zurück. Aus gesundheitlichen Gründen, wie die Partei verlauten ließ.

Resultierend aus den Ergebnissen der Kommunalwahl 2016 rückt nun mit Gerhard Vierfuß ein bekanntes Gesicht für die AfD in den Rat nach. Oft haben wir bereits über das Gründungsmitglied der Oldenburger AfD berichtet. Der folgende Artikel soll angesichts der neuen öffentlichen Bedeutung des Oldenburger Hardliners die bisherigen Recherchen und neue Erkenntnisse zusammenfassen.


Gerhard Vierfuß am 10.06.2018 in Papenburg während einer Kundgebung der AfD und des sog. „Frauenmarsch Niedersachsen“. Auf dem Schild eine Parole, die aus der Neonaziszene stammt
Bild: recherche-nord

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Trödel, Nazifahnen und Waffen: Zu Besuch in der „Auktionshalle Leer“

Es gibt sie in nahezu jeder Region: Große Trödelläden, in denen sich diverses ausrangiertes Gerümpel findet. Auch Im ostfriesischen Leer gibt es etwas Vergleichbares. Das besondere an der  „Auktionshalle Leer“:

Neben dem üblichen Schnickschnack finden sich hier auch zahlreiche Nazi-Fanartikel. Die Spannbreite reicht von Fahnen bis hin zu Hitlers „Mein Kampf“. Wenig Hehl macht indes auch Inhaber Dieter Schmidt von seiner politischen Gesinnung: So hängen auch rassistische Bilder offen aus.

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Sorry für den Fehlalarm

Unsere Meldung vom 16.07.2019 schlug hohe Wellen (unter anderem in der Nordwestzeitung und in der Kreiszeitung). Letztlich unbegründet, denn es fand kein AfD-Stammtisch in der Graf-Anton-Günther-Schule statt.


kurzfristig organisierte antifaschistische Proteste vor der Graf-Anton-Günther-Schule

Wir entschuldigen uns für den falschen Alarm. In der Vergangenheit haben wir des Öfteren Tipps und Hinweise bekommen, die wir stets sorgfältig prüfen. Mehrmals waren gute Hinweise dabei, die sich auch bewahrheitet haben. Auch der Hinweis, der zu unserer Meldung am am 16.07. führte, schien auf den ersten Blick schlüssig und glaubwürdig zu sein. Für eine exakte Verifizierung blieb angesichts der Kürze der Zeit keine Gelegenheit. Wir mussten sehr schnell entscheiden, ob wir diese durchaus brisante Meldung, die uns nachvollziehbar schien, veröffentlichen oder nicht.

Gut möglich, dass es sich also um eine Falschmeldung handelte. Nicht auszuschließen ist jedoch auch, dass durchaus etwas geplant war. Dass es beispielsweise eine Einzelperson mit Schlüsselgewalt gibt, die der AfD im Verborgenen einen Raum in der Schule zur Verfügung stellen wollte und die nach unserer Veröffentlichung einen Rückzieher gemacht hat. Oder dass die AfD noch kurzfristig Ort oder Zeit verschoben hat. Es gibt mehrere Möglichkeiten.

Zu diesem Zeitpunkt können wir über die genauen Hintergründe nur spekulieren.

Trotz der bereits am Nachmittag unklaren Informationslage fanden sich etwa 50 Antifaschist*innen an der Graf-Anton-Günther-Schule ein. Wir bedanken uns bei allen aufmerksamen Menschen, die kurzfristig zur Graf-Anton-Günther-Schule gekommen sind. Ihr seid super! Lieber ein Mal mehr auf dem Posten sein als zu wenig.

Erinnerung an die vom Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Menschen

Wie auch in den Jahren zuvor wurde heute, am 3. Mai, den Menschen gedacht, die von den NationalsozialistInnen verfolgt und ermordet worden sind. Zur Erinnerung wurden Blumen am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus sowie an der Gedenkwand für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus abgelegt. Heute vor 74 Jahren kapitulierte Oldenburg bedingungslos. Wie für die Mehrheit der Deutschen stellte auch für die meisten Oldenburger dieser Tag eine Niederlage und keine Befreiung dar. Dank der alliierten Truppen – hier in Oldenburg vor allem die Kanadier – wurde der nationalsozialistischen Herrschaft ein Ende gesetzt und diejenigen, die der Vernichtung entkommen konnten, befreit. (mehr…)