antifa.elf Oldenburg http://antifaelf.blogsport.de unser denken und handeln darauf auszurichten, dass sich auswitz niemals wiederhole Thu, 21 Nov 2019 18:58:39 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en AfD-Stadtrat Gerhard Vierfuß und die Neonazis http://antifaelf.blogsport.de/2019/11/21/afd-stadtrat-gerhard-vierfuss-und-die-neonazis/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/11/21/afd-stadtrat-gerhard-vierfuss-und-die-neonazis/#comments Thu, 21 Nov 2019 18:50:54 +0000 Administrator Allgemein Naziszene eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2019/11/21/afd-stadtrat-gerhard-vierfuss-und-die-neonazis/ Auf seinen Twitteraccount hat der selbsternannte „rechte Anwalt“ und Oldenburger AfD-Stadtrat die Neonaziband „Sleipnir“ verlinkt. „Sleipnir“ veröffentlicht seit Jahren neonazistische Musik und pflegt Verbindungen zu militanten Kameradschaftsgruppen und dem mittlerweile in Deutschland verbotenen terroristischen Netzwerk „Blood and Honour“. In einer Konversation über den sogenannten „Volkstrauertag“ auf Twitter verlinkte Vierfuß das Lied „Opa ich vermisse dich“ von der Neonaziband. Inhaltlich wird in dem Text „klassischer“ neonazistischer Geschichtsrevisionismus betrieben: Die TäterInnengeneration des Nationalsozialismus wird in diesem Machwerk als heldenhaft verehrt.


Quelle: Screeenshot Twitter vom 17.11.2019


Gerhard Vierfuß bei einem Infostand der Oldenburger AfD am 18.05.2019
Quelle: Nutshell Fotografie

Ein deutlicher Kommentar Vierfuß‘s zum „Volkstrauertag“: Für ihn ist es scheinbar ein Tag des Gedenkens des deutschen Nationalismus.

Dies wird auch deutlich, wenn der Kontext von Vierfuß‘ Aktivitäten der letzten Jahre am Volkstrauertag in den Blick genommen wird: Im Jahr 2018 trauerte er zusammen mit der Holocaustleugnerin Imke Barnstedt, im Jahr davor legte sein Verein „Oldenburger Kreis“ einen Kranz nieder, mit dem sowohl der „gefallenen Soldaten […] der beiden Weltkriege“ als auch der „Opfer der Gewalt gegen Deutsche während der letzten Jahre im eigenen Land“ gedacht werden sollte. Ein Gedenken, das gezielt ohne die Erwähnung deutscher Schuld, speziell während des Nationalsozialismus, auskommt. Im Gegenteil: Deutsche Verbrechen werden glorifiziert. In diesem Zusammenhang dann auch noch Menschen zu erwähnen, die in der heutigen Zeit vermeintliche „Opfer von Gewalt gegen Deutsche“ geworden sein sollen, erscheint mehr als skurril.
Dass Vierfuß am „Volkstrauertag“ scheinbar rassistische Botschaften verbreitet und um tote Nazis trauert wundert indes nicht – schließlich dürfte einem Antisemiten wie Vierfuß nicht viel an den Millionen von den NationalsozialistInnen ermordeten Menschen liegen. Die zahllosen offen antisemitischen und rassistischen Äußerungen des Rechtsanwaltes der neofaschistischen Identitären Bewegung haben wir schon in einem anderen Artikel zusammengefasst:

Auch die bundesweit bekannte, derzeit inhaftierte notorische Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel wurde von Gerhard Vierfuß (wie auch von anderen lokalen AfD-Mitgliedern) unterstützt. Haverbeck-Wetzel ist eine Ikone in der militanten Neonaziszene und hat nie einen Hehl daraus gemacht, selbst dem Nationalsozialismus nahe zu stehen. Eben jede Neonaziaktivistin und Holocaustleugnerin unterstütze Vierfuß in einer Onlinepetition und forderte ihre Freilassung.

Diese Bezüge sind keineswegs zufällig. Vierfuß äußert sich in den sozialem Medien selbst antisemitsch, etwa indem er von einer vermeintlich „tragenden Rolle von Juden bei der Auflösung aller Dinge“ fantasiert und sich dabei auf den Antisemiten Kevin MacDonald bezieht. Auch raunt Vierfuß, man solle sich „den Anteil von Juden, die innerhalb der UN massiv für Migration eintreten“ anschauen. Zumindest subtil wird hier die Verschwörungstheorie des „großen Austauschs“ genährt, nach der die „deutsche Bevölkerung“ gegen Geflüchtete ausgetauscht werden solle. Gesteuert von finsteren Mächten im Hintergrund. Passend dazu teilt Gerhard Vierfuß via Twitter auch ein verschwörungsideologisches Video über  den „Adel, die Rothschilds & das Klimamärchen“. Für Vierfuß „Analysen dessen, was eigentlich geschieht in der Welt“. Für den Anwalt „zumindest teilweise sehr überzeugend“.

Um so merkwürdiger mutet die Kritik in einem Kommentar in der Nordwest Zeitung an. Der Autor schreibt hier, anlässlich einer im Stadtrat verabschiedeten Resolution zum Thema Antisemitismus, zu den dortigen antifaschistischen Protesten gegen Vierfuß:
„Gerhard Vierfuß ist einer jener AfD-Vertreter, die durch fehlende Abgrenzung von rechtsradikalem Gedankengut höchstes Misstrauen verdienen.“ Die Wahrheit ist: Vierfuß kann sich gar nicht von solchem Gedankengut abgrenzen, weil er es selbst vertritt. Weiter heißt es dort: „Seine Nähe zur sogenannten  Identitären Bewegung – deren Verhältnis zur Verfassung beschäftigt die Gerichte – macht seinen Einzug in den Rat schwer erträglich“. Die Wahrheit ist: Gerhard Vierfuß ist Aktivist der „Identitären Bewegung“ und vertritt diese als Rechtsanwalt und besucht deren Demonstrationen. Hier von „Nähe“ zu sprechen ist in unseren Augen verharmlosend, impliziert Nähe doch noch einen gewissen Abstand. Weiter im Text heißt es: „Dennoch: Vierfuß ist ordnungsgemäß in den Rat eingezogen. Er genießt wie andere Ratsvertreter Rederecht. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut. Wer Vierfuß dieses Recht – wie am Montagabend geschehen – durch Brüllen und Schreien nehmen will, diskreditiert sich selbst.“ Diese Argumentation hat zwei wesentliche Fehler: Richtig, die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, sie kennt jedoch auch Grenzen: Dort wo andere Menschen diskriminiert werden. Und das tut Vierfuß immer wieder. Der zweite Fehler: Der Rat soll zumindest seinem Anspruch nach ein Ort des Austausches von Argumenten sein, aber welche Argumente sollen von einem Antisemiten zum Thema Antisemitismus kommen? Antisemitismus ist nicht rational und daher ein Diskurs mit Antisemiten nicht zielführend. Es sollte viel mehr darum gehen, Antisemit*innen und ihre mörderische Ideologie zu stoppen, anstatt ihnen eine Bühne zu bieten.

Falsch verstandene Toleranz führt seit Jahren dazu, dass die AfD darin erfolgreich ist, die Grenze des Sagbaren und somit auch Diskurse in ihrem Sinne zu verschieben. Je mehr dies gelingt, desto weniger Mühe gibt sich die Partei damit, ihre Verbindungen in die neonazistische Szene zu verschleiern. Ein jüngstes Beispiel ist das polnische Bytom, in dem jüngst ein Gedenkstein für „deutsche Soldaten“ eingeweiht wurde. Ganz offen finanziert vom AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Protschka und vom Berliner Ableger der AfD-Jugend „Junge Alternative“. Ebenso scheinbar selbstverständlich dabei: Die NPD-Jugend „Junge Nationalisten“. Berührungsängste gibt es keine: Ebenso wie bei Gerhard Vierfuß und der Nazimusik.  

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Wechsel im Stadtrat – Völkischer Hardliner rückt für die AfD nach http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/22/wechsel-im-stadtrat-voelkischer-hardliner-rueckt-fuer-die-afd-nach/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/22/wechsel-im-stadtrat-voelkischer-hardliner-rueckt-fuer-die-afd-nach/#comments Sun, 22 Sep 2019 20:54:48 +0000 Administrator Allgemein eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/22/wechsel-im-stadtrat-voelkischer-hardliner-rueckt-fuer-die-afd-nach/ Anfang September dieses Jahres wurde bekannt, dass einer der beiden AfD-Abgeordneten im Oldenburger Stadtrat sein Mandat vorzeitig zurückgeben würde. Christoph Brederlow zieht sich nicht nur aus dem Kommunalparlament der Stadt Oldenburg, sondern gleich komplett aus der AfD zurück. Aus gesundheitlichen Gründen, wie die Partei verlauten ließ.

Resultierend aus den Ergebnissen der Kommunalwahl 2016 rückt nun mit Gerhard Vierfuß ein bekanntes Gesicht für die AfD in den Rat nach. Oft haben wir bereits über das Gründungsmitglied der Oldenburger AfD berichtet. Der folgende Artikel soll angesichts der neuen öffentlichen Bedeutung des Oldenburger Hardliners die bisherigen Recherchen und neue Erkenntnisse zusammenfassen.


Gerhard Vierfuß am 10.06.2018 in Papenburg während einer Kundgebung der AfD und des sog. „Frauenmarsch Niedersachsen“. Auf dem Schild eine Parole, die aus der Neonaziszene stammt
Bild: recherche-nord

„Der rechte Anwalt“: Aktiv für die „Identitäre Bewegung“

Schon im Jahr 2013 nahm Gerhard Vierfuß an der Gründungsveranstaltung des damaligen AfD-Kreisverbands Oldenburg-Stadt/Ammerland im Oldenburger Ratskeller teil. Bereits seit 2007 war Vierfuß zudem für die nationalkonservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ tätig und publizierte dort auch Texte. Vierfuß wurde schnell zu einem der Sprecher des AfD-Kreisverbands und trat auch zur Kommunalwahl 2016 für die Partei an, was ihm nun zu einem Sitz im Stadtrat verhilft.

Doch auch abseits der AfD ist Vierfuß in einschlägigen Kreisen aktiv. Ganz im Sinne der bundesweiten Praxis ignoriert der Oldenburger einen Unvereinbarkeitsbeschluss der Bundes-AfD und arbeitet mit der völkisch-rassistischen „Identitären Bewegung“ zusammen. Dies geschieht beispielsweise auf der beruflichen Ebene. Als Rechtsanwalt vertrat Vierfuß die „Identitären“ in einem Prozess gegen das Bundesinnenministerium, um eine Einstufung der „IB“ als „rechtsextremistisch“ und somit eine Nennung in den Verfassungsschutzberichten der Bundesländer zu verhindern. Bekanntlich ohne Erfolg, die „Identitären“ werden mittlerweile vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „rechtsextremistisch“ geführt.

Im August 2018 nahm Gerhard Vierfuß an dem „IB“-OpenAir „Europa Nostra“in Dresden teil und hielt dort einen Vortrag.


Titelbild des Videomittschnitts von Vierfuß‘ Vortrag auf einem Open Air-Festival der „Identitären Bewegung“ im August 2018 in Dresden
Quelle: youtube

Auch bei einer versuchten Demonstration der „IB“ in Halle/Saale am 20.Juli 2019 trat Vierfuß als Rechtsbeistand des Versammlungsleiters in Erscheinung. Ebenfalls erfolglos, die Demonstrationsroute wurde von Antifaschist*innen erfolgreich blockiert.

Doch Vierfuß‘ Engagement für den völkisch-nationalistischen Scheinriesen ist nicht nur beruflicher Natur. So besuchte Vierfuß als Privatperson eine Demonstration der „IB“ in Berlin und macht auch in sozialen Netzwerken keinen Hehl aus seiner Sympathie für die „Identitären“.


AfD-Aktivist Gerhard Vierfuß während der Demonstration der „Identitären Bewegung“ am 17.06.2017 in Berlin
Bild: Oskar Schwartz

Auch den bekannten Göttinger Neofaschisten Lars Steinke vertrat Vierfuß als Rechtsanwalt. Im Februar 2018 sollte Steinke wegen zu radikaler Aussagen und Vernetzungen vom Bundesparteitag der „Jungen Alternative“, der Jugendorganisation der AfD, ausgeschlossen werden. Steinke, der mit bekannten Neonazis de Gruppierung „Thügida / Volksbewegung Thüringen/Niedersachsen“ gründete, klagte mit Gerhard Vierfuß als Rechtsbeistand. Später sollte Steinke den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg aus „Verräter“ bezeichnen und wurde deswegen aus der AfD ausgeschlossen. Der niedersächsische Landesverband der „JA“, den Steinke maßgeblich mitprägte, wurde vom Bundesverband wegen zu radikaler Inhalte aufgelöst.

Mittlerweile versucht Vierfuß, der mittlerweile von seiner Wohnung aus arbeitet, sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter als „der rechte Anwalt“ zu profilieren.

Es wird also deutlich, dass Gerhard Vierfuß sich klar zum radikalen völkischen „Flügel“ der AfD um Andreas Kalbitz und Björn Höcke zählt. In den sozialen Medien macht er hieraus auch keinen Hehl. Im Gegenteil: Vierfuß erklärt auf seiner Facebookseite, dass alles, was Herr Höcke mache, grundsätzlich unumstritten sei.

„Germanen“, „Rasse“ und „Genetik“

Dass es hierbei durchaus nennenswerte Schnittmengen zur klassischen Ideologie des Nationalsozialismus gibt, zeigen die Personen, die Gerhard Vierfuß mit dem Verein „Oldenburger Kreis“, dem er vorsitzt, vernetzen möchte. So ist es kein Zufall, dass die erste öffentliche Veranstaltung des „Oldenburger Kreis“ Ende August 2018 mit dem Referenten Karl-Heinz Weißmann begangen wurde. Weißmann ist Mitbegründer des völkischen „Institut für Staatspolitik“, das seit mehreren Jahren das Milieu der sogenannten „Neuen Rechten“ um die AfD und die „Identitäre Bewegung“ mit offen auftretenden Neonazis vernetzt. Auch wenn Weißmann sich mit dem Kopf des „IfS“, Götz Kubitschek später überwarf, steht er weiterhin zu den dort propagierten völkisch-nationalistischen Inhalten.


Karl-Heinz Weißmann und Gerhard Vierfuß während der Veranstaltung des „Oldenburger Kreis“ am 26.08.2017
Bild: recherche-nord

Ebenfalls beim „Oldenburger Kreis“ dabei ist Andreas Vonderach. Der Oldenburger Publizist schreibt in der „Sezession“, die an das „Institut für Staatspolitik“ angebunden ist, über das „Volk der Germanen“ und darüber hinaus offen von „genetischen Sachverhalten im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Fragen“. Dort bezieht er sich auch positiv auf das Buch „Rasse, Evolution und Verhalten“ des kanadischen Rassisten J.Philippe Rushton. Rushton spricht von „Hauptrassen“ und argumentiert dort unter anderem mit früher Geschlechtsreife, sexueller Aktivität, Größe der Genitalien und folglich auch mit der Ausbreitung dieser „Rassen“. Offenbar Inhalte, die Gerhard Vierfuß teilt. Nicht umsonst arbeitet er offen mit Andreas Vonderach zusammen. Bei einem rassistischen „Frauenmarsch“ im emsländischen Papenburg trat Vierfuß zudem mit einer Stofftasche des „Antaios“-Verlags auf, der ebenfalls im „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda ansässig ist.


Andreas Vonderach während der Veranstaltung des „Oldenburger Kreis“ am 26.08.2017
Bild: recherche-nord

Solidarität und Zusammenarbeit mit Holocaustleugner*innen – nicht nur „Kontakte“, sondern purer Antisemitismus

Ebenfalls nennenswert sind Vierfuß‘ antisemitische Vernetzungen. Dass 2016 mit Imke Barnstedt eine bekannte Holocaustleugnerin an einer AfD-Kundgebung in der Oldenburger Innenstadt teilnahm, ließ aufmerken. Doch der Besuch Barnstedts war keineswegs ein Einzelfall. Bei einem rassistischen „Frauenmarsch“ der AfD in Papenburg war Barnstedt ebenfalls anwesend – und offenbar gemeinsam mit den Vertreter*innen der Oldenburger AfD angereist. Auch der „Volkstrauertag“ im Jahr 2018 belegt die stetigen Verbindungen von Vierfuß und der AfD zu der Holocaustleugnerin. Gemeinsam besuchte man eine Gedenkveranstaltung in Oldenburg.


Gemeinsame Teilnahme am „Volkstrauertag“ 2018: Ganz rechts: Imke Barnstedt, daneben Gerhard Vierfuß. Mit Gehhilfe: Thomas Hoyer. Ganz links im Bild: mit Fahrrad eine AfD-Aktivistin, die ebenfalls beim „Oldenburger Kreis“ und bei einer „OLGIDA“-Kundgebung vor Ort war.

Auch die bundesweit bekannte, derzeit inhaftierte notorische Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel wurde von Gerhard Vierfuß (wie auch von anderen lokalen AfD-Mitgliedern) unterstützt. Haverbeck-Wetzel ist eine Ikone in der militanten Neonaziszene und hat nie einen Hehl daraus gemacht, selbst dem Nationalsozialismus nahe zu stehen. Eben jede Nationalsozialistin und Holocaustleugnerin unterstützte Vierfuß in einer Onlinepetition, die aus der Neonaziszene initiiert wurde, und forderte ihre Freilassung.

Diese Bezüge sind keineswegs zufällig. Vierfuß äußert sich in den sozialem Medien selbst antisemitisch, etwa indem er von einer vermeintlich „tragenden Rolle von Juden bei der Auflösung aller Dinge“ fantasiert und sich dabei auf den Antisemiten Kevin MacDonald bezieht. Auch raunt Vierfuß, man solle sich „den Anteil von Juden, die innerhalb der UN massiv für Migration eintreten“ anschauen. Wenig subtil wird hier die Verschwörungstheorie des „großen Austauschs“ genährt, nach der die „deutsche Bevölkerung“ gegen Geflüchtete ausgetauscht werden solle. Vermeintlich gesteuert von finsteren Mächten im Hintergrund, die Vierfuß hier offen benennt. Passend dazu teilt Gerhard Vierfuß via Twitter auch ein verschwörungsideologisches Video über den „Adel, die Rothschilds & das Klimamärchen“. Für Vierfuß „Analysen dessen, was eigentlich geschieht in der Welt“, die er „zumindest teilweise sehr überzeugend“ findet. Grundsätzlich ist Vierfuß der Ansicht, dass sich „Juden sich im Durchschnitt wesentlich weniger loyal verhalten als andere“.

Im Übrigen äußert sich auch Vierfuß‘ Mitstreiter Andreas Vonderach unverblümt antisemitisch, etwa wenn er jüdische Menschen als „ökonomische und intellektuelle Elite“ beschreibt. „Die Ostjuden“ hätten „ihre einseitige Züchtung auf Intelligenz mit besonders vielen Erbkrankheiten erkauft“.

Ganz in diesem Sinne enthält auch Vierfuß‘ Sprache NS-Bezüge, etwa wenn er in sozialen Netzwerken von einer „Entartung der sozialen Marktwirtschaft“ oder von der grenzenlosen „Verlogenheit unserer Systempolitiker“ schreibt.

Auch im Bezug auf Homosexualität ist Vierfuß rabiat. So bezeichnet er Homosexuelle als „weniger glückliche Zeitgenossen“ mit einer „rezessiv vorhandenen genetischen Erkrankung“.

In diesem Artikel könnten wir unzählige weitere Belege dafür anführen, warum wir Gerhard Vierfuß als völkischen Hardliner einschätzen. Zu nennen wären etwa die Bürogemeinschaft mit dem „alten Burschenschafter“ und Rechtsanwalt Volker F. Felmy, die bis zu dessen Ruhestand Bestand hatte, die Kontakte zum „alten Burschenschafter“ und Parteifreund Thomas Hoyer, die Lobeshymnen auf den ungarischen Regierungspräsidenten Viktor Orban, den Versuch in Oldenburg einen Ableger der „Gelbwestenproteste“ zu etablieren und vieles mehr.

Vierfuß selbst verkündet bei Twitter: „Langfristig muss diese BRD durch eine Neugründung des deutschen Staates mit neuer Verfassung überwunden werden“. Wie ein solcher Staat aussehen würde, lässt sich leicht erahnen.

Der Einzug Vierfuß in den Oldenburger Stadtrat, der bei der Ratssitzung am 30.09.2019 um 18:00 Uhr im PFL offiziell vollzogen werden wird, bedeutet, dass es zukünftig einen gut vernetzten völkischen Rassisten und Antisemiten im Oldenburger Kommunalparlament geben wird.

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Trödel, Nazifahnen und Waffen: Zu Besuch in der „Auktionshalle Leer“ http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/10/troedel-nazifahnen-und-waffen-zu-besuch-in-der-auktionshalle-leer/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/10/troedel-nazifahnen-und-waffen-zu-besuch-in-der-auktionshalle-leer/#comments Tue, 10 Sep 2019 19:56:05 +0000 Administrator Allgemein Naziszene eigene Veröffentlichungen http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/10/troedel-nazifahnen-und-waffen-zu-besuch-in-der-auktionshalle-leer/ Es gibt sie in nahezu jeder Region: Große Trödelläden, in denen sich diverses ausrangiertes Gerümpel findet. Auch Im ostfriesischen Leer gibt es etwas Vergleichbares. Das besondere an der  „Auktionshalle Leer“:

Neben dem üblichen Schnickschnack finden sich hier auch zahlreiche Nazi-Fanartikel. Die Spannbreite reicht von Fahnen bis hin zu Hitlers „Mein Kampf“. Wenig Hehl macht indes auch Inhaber Dieter Schmidt von seiner politischen Gesinnung: So hängen auch rassistische Bilder offen aus.

Was die Angelegenheit noch gefährlicher macht: Der Verkauf von mutmaßlich scharfen Waffen. Diese sind noch nicht einmal mehr gesondert gesichert, sondern liegen offen im Laden herum. Auf einem Hinweisschild bei den ausliegenden Gewehren ist vermerkt, dass bei Interesse nicht an den Waffen „hantiert“ werden solle, sondern dass das Personal zu fragen sei. Dies spricht unserer Ansicht nach dafür, dass es sich hier um gefährliche Schusswaffen handeln könnte.

Wie attraktiv leicht erwerbbare Waffen in Trödelläden gerade für Neonazis sind, zeigte sich zuletzt im Fall des ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Der Neonazi Stephan Ernst mordete mit einer Waffe – die er in einem Trödelladen gekauft hat (Quelle: SpiegelTV, ab Minute: 7:22).

Mittlerweile hat Dieter Schmidt angekündigt, die Auktionshalle Ende des Jahres 2019 schließen zu wollen. Als Grund werden die „Entwicklung der Internetmärkte und die wirtschaftliche und politische Lage in unserem Land“ genannt. Der Spuk hat also bald ein Ende. Hoffentlich rechtzeitig.

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Sorry für den Fehlalarm http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/17/sorry-fuer-den-fehlalarm/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/17/sorry-fuer-den-fehlalarm/#comments Wed, 17 Jul 2019 19:42:38 +0000 Administrator Allgemein eigene Veröffentlichungen http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/17/sorry-fuer-den-fehlalarm/ Unsere Meldung vom 16.07.2019 schlug hohe Wellen (unter anderem in der Nordwestzeitung und in der Kreiszeitung). Letztlich unbegründet, denn es fand kein AfD-Stammtisch in der Graf-Anton-Günther-Schule statt.


kurzfristig organisierte antifaschistische Proteste vor der Graf-Anton-Günther-Schule

Wir entschuldigen uns für den falschen Alarm. In der Vergangenheit haben wir des Öfteren Tipps und Hinweise bekommen, die wir stets sorgfältig prüfen. Mehrmals waren gute Hinweise dabei, die sich auch bewahrheitet haben. Auch der Hinweis, der zu unserer Meldung am am 16.07. führte, schien auf den ersten Blick schlüssig und glaubwürdig zu sein. Für eine exakte Verifizierung blieb angesichts der Kürze der Zeit keine Gelegenheit. Wir mussten sehr schnell entscheiden, ob wir diese durchaus brisante Meldung, die uns nachvollziehbar schien, veröffentlichen oder nicht.

Gut möglich, dass es sich also um eine Falschmeldung handelte. Nicht auszuschließen ist jedoch auch, dass durchaus etwas geplant war. Dass es beispielsweise eine Einzelperson mit Schlüsselgewalt gibt, die der AfD im Verborgenen einen Raum in der Schule zur Verfügung stellen wollte und die nach unserer Veröffentlichung einen Rückzieher gemacht hat. Oder dass die AfD noch kurzfristig Ort oder Zeit verschoben hat. Es gibt mehrere Möglichkeiten.

Zu diesem Zeitpunkt können wir über die genauen Hintergründe nur spekulieren.

Trotz der bereits am Nachmittag unklaren Informationslage fanden sich etwa 50 Antifaschist*innen an der Graf-Anton-Günther-Schule ein. Wir bedanken uns bei allen aufmerksamen Menschen, die kurzfristig zur Graf-Anton-Günther-Schule gekommen sind. Ihr seid super! Lieber ein Mal mehr auf dem Posten sein als zu wenig.

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AfD plant Stammtisch an der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/16/afd-plant-stammtisch-an-der-graf-anton-guenther-schule-in-oldenburg/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/16/afd-plant-stammtisch-an-der-graf-anton-guenther-schule-in-oldenburg/#comments Tue, 16 Jul 2019 19:03:24 +0000 Administrator Allgemein Aufrufe Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/16/afd-plant-stammtisch-an-der-graf-anton-guenther-schule-in-oldenburg/ Wie uns kurzfristig zugespielt wurde, plant der Oldenburger Kreisverband der AfD einen Stammtisch am Mittwoch, 17.Juli 2019 an der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg. Beginnen soll es um 19:00 Uhr.


Antifaschistische Proteste gegen den letzten Oldenburger AfD-Stammtisch im „Gesellschaftshaus Meyer“ am 20.06.2019
Bild: Nutshell Fotografie

Bemerkenswert ist die thematische Ausrichtung der geplanten Veranstaltung. Vor dem Hintergrund des momentan bundesweit tobenden Flügelkampfes in der Partei positioniert sich der Oldenburger Ableger eindeutig auf der Seite des völkisch-nationalistischen „Flügels“ um Björn Höcke. Das Thema lautet nämlich: „Der Flügel, Gefahr oder Chance für die AfD?“. Zwar sollen an dem Abend ebenso die gemäßigteren Positionen der „alternativen Mitte“ Gehör finden, die Auswahl des Referenten spricht allerdings für eine eindeutige Positionierung in Richtung des radikal-völkischen „Flügels“: Hans-Thomas Tillschneider ist als völkischer und homophober Hardliner bekannt. Unter anderem unterhielt er bis Herbst 2018 ein Wahlkreisbüro im Haus der „Identitären Bewegung“ in Halle-Saale.

Darüber hinaus gibt die Oldenburger AfD in ihrem Einladungsschreiben an, Tillschneider auf dem sogenannten „Kyffhäusertreffen“ des völkischen Flügels getroffen zu haben. Dieses Treffen soll ebenfalls während des in Oldenburg geplanten Stammtisches nachbesprochen werden.

Proteste lohnen sich – AfD verliert letzte Gaststätte in Oldenburg

Ebenfalls im Einladungsschreiben vermerkt Andreas Paul, dass die Oldenburger AfD nach den antifaschistischen Protesten beim letzten Stammtisch nun auch das Gesellschaftshaus Meyer als Veranstaltungsstätte verloren habe. Somit bliebe nur noch die Nutzung öffentlicher Räume. In diesem Fall also die Graf-Anton-Günther-Schule.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Die Graf-Anton-Günther-Schule, die in Trägerschaft des Landkreises Oldenburg ist, führt seit mehreren Jahren den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unter der Patenschaft der EWE-Baskets Oldenburg. Um so unverständlicher, dass dort jetzt eine völkisch-rassistische Parteiveranstaltung genehmigt wird.

Dass die AfD mit dem Gesellschaftshaus Meyer einen langjährigen Treffpunkt verloren hat, zeigt dass antifaschistische Proteste effektiv sind und die völkische Partei in ihrer Handlungsfähigkeit einschränken. Seit Jahren kann die AfD ihre Stammtische nicht mehr öffentlich bewerben, was die Außenwirkung für potentielle Interessent*innen extrem einschränkt. Auch zeigen Proteste, dass die AfD keine Partei wie jede andere ist. Es darf nicht zur Normalität werden, dass sich eine antifeministische, völkisch-nationalistische Partei ungestört organisiert.

Deswegen rufen Antifaschist*innen dazu auf, sich am Mittwoch, 17.Juli 2019 um 18:00 Uhr an der Graf-Anton-Günther-Schule zu treffen und gegen den völkischen Stammtisch zu protestieren.

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Erinnerung an die vom Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Menschen http://antifaelf.blogsport.de/2019/05/03/erinnerung-an-die-vom-nationalsozialismus-verfolgten-und-ermordeten-menschen/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/05/03/erinnerung-an-die-vom-nationalsozialismus-verfolgten-und-ermordeten-menschen/#comments Fri, 03 May 2019 19:26:17 +0000 Administrator Allgemein eigene Veröffentlichungen http://antifaelf.blogsport.de/2019/05/03/erinnerung-an-die-vom-nationalsozialismus-verfolgten-und-ermordeten-menschen/ Wie auch in den Jahren zuvor wurde heute, am 3. Mai, den Menschen gedacht, die von den NationalsozialistInnen verfolgt und ermordet worden sind. Zur Erinnerung wurden Blumen am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus sowie an der Gedenkwand für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus abgelegt. Heute vor 74 Jahren kapitulierte Oldenburg bedingungslos. Wie für die Mehrheit der Deutschen stellte auch für die meisten Oldenburger dieser Tag eine Niederlage und keine Befreiung dar. Dank der alliierten Truppen – hier in Oldenburg vor allem die Kanadier – wurde der nationalsozialistischen Herrschaft ein Ende gesetzt und diejenigen, die der Vernichtung entkommen konnten, befreit.

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„Oldenburger Kreis“ Veranstaltung fällt aus http://antifaelf.blogsport.de/2019/04/30/oldenburger-kreis-veranstaltung-faellt-aus/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/04/30/oldenburger-kreis-veranstaltung-faellt-aus/#comments Tue, 30 Apr 2019 14:12:06 +0000 Administrator Allgemein http://antifaelf.blogsport.de/2019/04/30/oldenburger-kreis-veranstaltung-faellt-aus/ Die für diesen Donnerstag, den 02.05.2019, angekündigte Veranstaltung des neofaschistischen „Oldenburger Kreis“ wurde abgesagt. Angeblich ist der Referent erkrankt. Damit fällt der geplante Protest um 18 Uhr vor dem PFL aus.

Da die Veranstaltung nachgeholt werden soll, empfiehlt es sich unseren Blog im Auge zu behalten. Über Informationen zum neuen Termin freuen wir uns natürlich (gerne verschlüsselt).

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Zurück aus der Versenkung – „Oldenburger Kreis“ plant Veranstaltung am 02.Mai im PFL http://antifaelf.blogsport.de/2019/04/18/zurueck-aus-der-versenkung-oldenburger-kreis-plant-veranstaltung-am-02-mai-im-pfl/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/04/18/zurueck-aus-der-versenkung-oldenburger-kreis-plant-veranstaltung-am-02-mai-im-pfl/#comments Thu, 18 Apr 2019 07:11:55 +0000 Administrator Allgemein eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2019/04/18/zurueck-aus-der-versenkung-oldenburger-kreis-plant-veranstaltung-am-02-mai-im-pfl/ Lange blieb es ruhig um den sogenannten „Oldenburger Kreis“, ein Label, das das völkische Milieu von AfD, Burschenschaftern, neu-rechten Publizist*innen und Holocaustleugner*innen vereinen sollte.
Nachdem der „Oldenburger Kreis“ seine bislang einzige öffentliche Veranstaltung im August 2017 nur unter antifaschistischen Protesten durchführen konnte, wurde es still um den völkischen Verein.

Wie uns zugespielt wurde, soll es nun einen neuen Versuch des „Oldenburger Kreis“ um das bekannte Oldenburger AfD-Mitglied Gerhard Vierfuß geben. Am 02.Mai plant die völkische Vereinigung im städtischen Kulturzentrum PFL eine Veranstaltung. Um erneute antifaschistische Proteste zu umgehen, wird dazu bislang nicht öffentlich geworben. Die Taktik, die Veranstaltung im Verborgenen stattfinden zu lassen, ist nun aber offenbar gescheitert.

Auch die momentan im Zusammenhang mit der antisemitschen BDS-Initiative geführte Debatte über die Vergabe städtischer Räume dürfte mit der nun geplanten Veranstaltung des „Oldenburger Kreis“ eine weitere Facette bekommen.

Die nun geplante Veranstaltung des „Oldenburger Kreis“ trägt den Titel „Juden in Deutschland – gibt es eine Zukunft?“. Eine Farce angesichts der massiven Nähe des „Oldenburger Kreis“ zu der bekannten Oldenburger Holocaustleugnerin Imke Barnstedt, die regelmäßig offen mit AfD-Mitgliedern und „alten Burschenschaftern“ auftritt. Zuletzt war Barnstedt zusammen mit Gerhard Vierfuß bei einem Vortrag über rechte Parteien und Bewegungen in Europa. Auch beim vergangenen „Volkstrauertag“ trat eine Gruppe von Imke Barnstedt, Gerhard Vierfuß, dem „alten Burschenschafter“ und AfD-Mitglied Thomas Hoyer sowie weiteren AfD-Mitgliedern in Oldenburg auf. Auch mit der bundesweit bekannten, derzeit inhaftierten neonazistischen Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel solidarisierte Gerhard Vierfuß sich, ebenso wie Thomas Hoyer, in einer Online-Petition.


Gemeinsame Teilnahme am „Volkstrauertag“ 2018: Ganz rechts: Imke Barnstedt, daneben Gerhard Vierfuß. Mit Gehhilfe: Thomas Hoyer.

Darüber hinaus belegt auch die ideologische und organisatorische Nähe von Gerhard Vierfuß zur „Identitären Bewegung“, die in antisemitischer Verschwörungsmanier von einem „großen Austausch“ der Bevölkerung fantasiert, die Nähe des „Oldenburger Kreis“ zum Antisemitismus.

Es ist also nicht davon auszugehen, dass sich deutsche Nationalist*innen, die offen mit einer Holocaustleugnerin kooperieren, auf einmal für die Sicherheit von Jüdinnen und Juden interessieren.

Der Referent des Abends wird wahrscheinlich Wolfgang Fuhl sein, der einen Vortrag mit dem selben Thema bereits im Februar 2109 in der Berliner „Bibliothek des Konservatismus“ hielt. Fuhl ist Mitglied der JAfD („Juden in der AfD“): Ein Feigenblatt, da seinerseits den vorhandenen Antisemitismus in der AfD verschleiern soll, andererseits immer wieder pauschal gegen Menschen aus arabischen Ländern und Menschen muslimischen Glaubens hetzt. Antisemitismus existiert für die AfD in Deutschland nur bei arabischen und muslimischen Zugewanderten.

Die geplante Veranstaltung des „Oldenburger Kreis“ soll um 20:00 Uhr beginnen, Einlass soll ab 19:00 Uhr sein. Es ist vermutlich nicht auszuschließen, dass es am 2.Mai vor dem PFL erneut zu antifaschistischen Protesten kommen wird.

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Revolution oder Panne? Gelbe Westen in Oldenburg http://antifaelf.blogsport.de/2019/01/17/revolution-oder-panne-gelbe-westen-in-oldenburg/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/01/17/revolution-oder-panne-gelbe-westen-in-oldenburg/#comments Thu, 17 Jan 2019 19:43:51 +0000 Administrator Allgemein Naziszene eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2019/01/17/revolution-oder-panne-gelbe-westen-in-oldenburg/ Offenbar angespornt durch die medial viel beachteten Proteste der sogenannten „Gelbwesten“ in Frankreich, die sich vor allem gegen die Steuer- und Sparpolitik des Präsidenten Macron richten, versuchen sich auch in Deutschland Menschen unter dem Symbol der Warnweste zu organisieren. Doch während die politische Ausrichtung der Proteste in Frankreich diffus und punktuell sehr unterschiedlich ist, ist das „Gelbwesten“-Projekt in Deutschland eindeutig rassistisch und nationalistisch dominiert. Auch wenn Sarah Wagenknecht mit ihrem Querfront-Projekt „Aufstehen“ versuchte, auf den Gelbwestenzug aufzuspringen, bleibt es bei unserer Einschätzung: Wieder einmal werden Sympathisant*innen von Verschwörungsideolog*innen über die AfD bis hin zur militanten Neonaziszene gleichermaßen angesprochen.


„Gelbwesten“ im Dezember 2018 in der Oldenburger Innenstadt


Gelbe Westen: Die Idee…

Sowohl inhaltlich als auch konzeptionell lohnt sich ein genauerer Blick auf die neue völkische Aktionsidee. Das Konzept sieht hierbei einen Zeitplan mit mehreren Eskalationsstufen vor. Beginnen sollte es mit Blockaden von Straßen und Zebrastreifen, um für öffentliche Aufmerksamkeit zu sorgen. Durch Blockieren von Infrastruktur sowie durch Streiks soll schrittweise eine Revolution angeschoben werden.

Auch inhaltlich geht es größenwahnsinnig zu. So fordert man nicht nur die Absetzung des gesamten Bundeskabinetts, die Aufhebung seiner Immunität und Gerichtsverfahren gegen alle beteiligten Politiker*innen, sondern möchte auch gleich den Austritt aus internationalen Bündnissen wie der EU, der UN oder der NATO. Und nicht nur das: Neben Zinsen, den Rundfunkgebühren, Patent- und Urheberrechtsgesetzen und Gentechnologie soll auch gleich das Parteiensystem in Gänze abgeschafft werden. Auch gegen Impfungen und die Schulpflicht spricht man sich aus.


Forderungskatalog der „Gelbwesten Deutschland“

Außerdem ist erkennbar, dass versucht werden soll, verschiedene Spektren der Menschenverachtung anzusprechen. So gibt es Forderungen, die die Verschwörungsideolog*innen und Reichsbürger*innen abholen sollen („Wiederherstellung Deutschlands Souveranität“ , „Annahme des Friedensvertrags nach WK 1+2“, „Abschaffung von Impfungen“, „Verbot von Geheimgesellschaften“), ebenso wie Themen für die bürgerlichen Rassist*innen („Nicht-Unterzeichnung des Migrationspaktes“, „Ausweisung gefährlicher Migranten“, „Schutz und Unterstützung des eigenen Volkes“).

Auch vermeintlich „linke“ Positionen („Abschaffung von Lobbyismus“, „Verstaatlichung von Bahn und kostenlose Nutzung“, „Verstaatlichung von Banken“) finden sich in dem umfangreichen Forderungskatalog wieder. Der Tenor ist klar: Es soll eine Massenbewegung entstehen, die möglichst viele Unzufriedene mitnimmt.

Das Portal „Belltower News“ berichtet darüber hinaus in einem Artikel, dass die „Gelbwestenbewegung“ maßgeblich von der verschwörungsideologischen „Qanon“-Bewegung beeinflusst sei. In einem Mobilisierungsvideo werden offen geschichtsrevisionistische und antisemitische Inhalte propagiert.

…und die Wirklichkeit

Bundesweit ist erwartungsgemäß zu beobachten, dass das Konzept der Massenmobilisierung fehlschlägt. Nur wenige Menschen schlossen sich den „Gelbwesten“ an und gaben zum Teil ein bizarres Bild ab, etwa als in mehreren Orten mehr schlecht als recht versucht wurde, mit wenigen Menschen Straßen an einem Zebrastreifen lahmzulegen.

Auch in Oldenburg blieben die ersten Aktionen der „Gelbwesten“ hinter den eigenen Erwartungen zurück. Am Samstag, 01.Dezember 2018 traf sich etwa eine Gruppe von lediglich 17 Aktivist*innen um 13:00 Uhr an der Südseite des Oldenburger Hauptbahnhofs. Es wurden keinerlei Blockadeversuche unternommen, man ging nur durch die Innenstadt, um Flugblätter, in denen die „Gelbwesten“ vorgestellt wurden, zu verteilen. Außerdem wurden Flugblätter gegen den UN-Migrationspakt verteilt.


Aktion der „Gelbwesten“ im Dezember 2018 in der Oldenburger Innenstadt


Aktion der „Gelbwesten“ im Dezember 2018 in der Oldenburger Innenstadt

Noch wirkungsloser verlief dann der jüngste Versuch der Oldenburger „Gelbwesten“ am Samstag, 05.Januar 2019. Von frischer Motivation zum Jahreswechsel war nichts zu spüren. Lediglich vier Aktivist*innen erschienen am Oldenburger Pferdemarkt und sahen sich etwa 30 kurzfristig mobilisierten Antifaschist*innen gegenüber. Die „Gelbwesten“ konten keinerlei Aufmerksamkeit erzielen und mussten nach einem polizeilichen Platzverweis für den Innenstadtbereich unverrichteter Dinge abziehen.


Bei der letzten öffentlichen Aktionen sahen sich lediglich vier „Gelbwesten“ etwa 30 kurzfristig mobilisierten Antifaschist*innen gegenüber.
Foto: Nutshell Fotografie


Bei der letzten öffentlichen Aktionen sahen sich lediglich vier „Gelbwesten“ etwa 30 kurzfristig mobilisierten Antifaschist*innen gegenüber.
Foto: Nutshell Fotografie


Bei der letzten öffentlichen Aktionen sahen sich lediglich vier „Gelbwesten“ etwa 30 kurzfristig mobilisierten Antifaschist*innen gegenüber.
Foto: Nutshell Fotografie

Um die Oldenburger „Gelbwesten“ inhaltlich besser verorten zu können, lohnt sich ein Blick auf die teilnehmenden Personen.

Da wäre beispielsweise der Oldenburger Dirk Palm, der sich im Dezember 2018 eine gelbe Weste überstreifte. Palm ist Mitglied der selbsternannten neonazistischen „Bruderschaft“ „Skull Heads Germany“. Außerdem trat Dirk Palm bei beiden „OLGIDA“-Kundgebungen Anfang 2014 als Teilnehmer in Erscheinung. Bis zum Sommer 2018 war Dirk Palm wegen schwerer Körperverletzung in Nordenham inhaftiert.


links im Bild: Dirk Palm aus Oldenburg

Dass auch Verschwörungsideolog*innen von den „Gelbwesten“ angesprochen werden, zeigt die Teilnahme von Marion Kleeßen aus Großenkneten (Landkreis Oldenburg) an den letzten beiden Veranstaltungen. Die Esoterikerin, die auf ihrer Homepage „Energietransformationen“, „Reinigung der Aura“, „Harmonisierung der Chakren“und ähnlichen esoterischen Unsinn anbietet, trat zuletzt als Aktivistin der verschwörungsideologischen Kleinstpartei „Deutsche Mitte“ in Erscheinung.


Marion Kleeßen bei der gescheiterten „Gelbwesten“-Aktion am 05.Janaur 2019 in Oldenburg

Die Gruppe kommuniziert und organisiert sich über den Messenger-Dienst „Telegram“. In der Oldenburger Gruppe befinden sich derzeit etwa 90 Menschen, davon schreibt jedoch nur ein kleiner Teil aktiv. In dieser Gruppe findet sich auch Nico Ahlrichs aus Wittmund (Landkreis Friesland) wieder. Ahlrichs war Mitglied der neonazistischen Kameradschaft „AG Wiking“ und trat bei der niedersächischen Landtagswahl 2008 für die NPD an.

Eine rassistische Organisierung wäre keine rassistische Organisierung, wenn nicht auch die AfD in irgend einer Form mitmischen würde. So verwundert es kaum, dass der völkische Tausendsassa Gerhard Vierfuß auch an der Dezemberaktion der „gelben Westen“ teilnahm. Schon viel wurde über Vierfuß‘ Aktivitäten in der AfD, im Oldenburger Kreis sowie zu seinen Sympathien für die „Identitäre Bewegung“ und die Holocaustleugnerinnen Imke Barnstedt und Ursula Haverbeck-Wetzel geschrieben. Nun schloss sich Vierfuß also auch den „Gelbwesten“ an und beteiligte sich zeitweise auch aktiv in der „Telegram“-Gruppe. Bemerkenswert: Hierbei koordinierte er die „Gelbwesten“-Aktionen mit einem zeitgleich stattfindenden Infostand der AfD am Oldenburger Pferdemarkt. Auch berät er die Gruppe, wie sie unangemeldete Aktionen durchführen kann, ohne wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz belangt zu werden. Seine Symapthien für die völkische „Identitäre Bewegung“ kann Vierfuß auch in der Telegram-Gruppe nicht verbergen.


Gerhard Vierfuß in gelber Weste im Dezember 2018 in Oldenburg

Die Gruppe hatte im Übrigens explizit kein Problem damit, mit AfD-Mitgliedern zusammenzuarbeiten und von Gerhard Vierfuß beigesteuere Flugblätter gegen den UN-Migrationspakt zu verteilen.

Auch inhaltlich lassen sich im Gruppenchat Massen an verschwörungsideologischen Inhalten und denen der sogenannten „Reichsbürger“ finden. Unter diesen Postings befinden sich auch unverhohlen antisemitische Beiträge. Diese Inhalte wurden teilweise so exzessiv gepostet, dass darum gebeten wurde, eine eigene Gruppe für derlei Themen zu gründen. Nicht weil man mit dem Thema nicht einverstanden sei, sondern weil man in der bestehenden Gruppe nur Organisatorisches besprechen wolle. Stellenweise wird es in der Gruppe skurril, besonders wenn vorgeschlagen wird, Massenmeditationen durchzuführen, was ein anderes Mitglied als „gute Idee“ und „machtvoll“ bezeichnet.

Inwieweit der Aktionismus der „gelben Westen“ nachhaltig sein wird, bleibt abzuwarten. Die Teilnehmer*innenzahlen der ersten Aktionen blieben überschaubar und das eine oder andere Mitglied wird sicherlich Enttäuschungen erfahren, wenn sich die groß angekündigten Revolutionspläne in Wohlgefallen auflösen. In der Chatgruppe sind bereits enttäuschte Töne über die geringe Beteiligung an den Aktonen zu vernehmen. Protagonisten wie Dirk Palm haben die Gruppe bereits verlassen oder beteiligen sich nicht mehr aktiv an den Diskussionen. Auch Gerhard Vierfuß schreibt momentan nicht mehr aktiv mit.

Allem Unmut und allen strukturellen Mängeln zum Trotz versuchen Rassist*innen erneut, sich in Oldenburg und anderso zu organisieren. So dringend notwendig eine neue, emanzipatorische soziale Bewegung auch wäre – die „Gelbwesten“ leisten hierzu keinen Beitrag. Zu offensichtlich geht es um völkische, verschwörungsideologische, autoritäre und antisemitische Positionen. Antifaschistische Aufmerksamkeit sollte den „Gelbwesten“ daher in angemessener Form zuteil werden. Nehmen wir Gerhard Vierfuß beim Wort, der in der Chatgruppe schrieb:

„Noch nie ist es gelungen, hier patriotischen Widerstand auf die Straße zu bringen“.

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass das so bleibt.

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Völkische Trauer http://antifaelf.blogsport.de/2018/11/28/voelkische-trauer/ http://antifaelf.blogsport.de/2018/11/28/voelkische-trauer/#comments Wed, 28 Nov 2018 19:30:44 +0000 Administrator Allgemein eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2018/11/28/voelkische-trauer/ „Volkstrauertag“ in Oldenburg: AfD-Mitglieder und Holocaustleugnerin erneut in trauter Eintracht

Jedes Jahr im November finden anlässlich des Volkstrauertags Gedenkveranstaltungen auf Friedhöfen und an Kriegsmahnmalen statt. Wie bei einem deutschen „Volkstrauertag“ zu erwarten, verdient die inhaltliche Ausrichtung dieses Gedenktags eine kritische Betrachtung. Selbst bei Veranstaltungen, die verhältnismäßig unverfänglich daherkommen wollen und pauschal allen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft gedenken, wird die deutsche Täter*innenrolle oftmals nicht explizit benannt. Bei vielen Veranstaltungen des „Volkstrauertags“ wird sogar gezielt der deutschen Soldaten und Soldatinnen beider Weltkriege gedacht. Ein Gedenken, das also in der Regel ohne die Erwähnung deutscher Schuld, speziell während des Nationalsozialismus, auskommt. Häufig werden auch deutsche Verbrechen verharmlost und die deutschen Täter*innen glorifiziert.

Kein Wunder, dass eine solche Form des Gedenkens auch immer wieder Neonazis und völkische Nationalist*innen anzieht. So kam es in den vergangenen Jahren im Nordwesten Niedersachsens regelmäßig zu neonazistischen Veranstaltungen, die sie, ganz im Sinne des Geschichtsrevisionismus, „Heldengedenken“ nennen.
Auch der völkische „Oldenburger Kreis“, der dem Milieu der sogenannten „Neuen Rechten“ zuzuordnen ist, legte im November 2017 im Rahmen einer eigenen, im Verborgenen durchgeführten Veranstaltung, einen Gedenkkranz auf einem Friedhof ab.

In diesem Jahr nahmen bekannte Akteur*innen des Oldenburger völkischen Milieus an einer offiziellen Gedenkveranstaltung an der Ofener Straße teil. An der „Ehrenhalle der oldenburgischen Artillerie“ war eine Gruppe aus Vertreter*innen der AfD, der „Vereinigung alter Burschenschafter“ sowie die bekannte Holocaustleugnerin Imke Barnstedt gemeinsam vor Ort.


Gemeinsame Teilnahme am „Volkstrauertag“ 2018: Ganz rechts: Imke Barnstedt, daneben Gerhard Vierfuß. Mit Gehhilfe: Thomas Hoyer. Ganz links im Bild: mit Fahrrad eine AfD-Aktivistin, die ebenfalls beim „Oldenburger Kreis“ und bei einer „OLGIDA“-Kundgebung vor Ort war.

In dieser Gruppe befand sich auch Gerhard Vierfuß, der momentan wohl aktivste Vertreter völkischer Positionen in Oldenburg. Vierfuß war bis 2016 Sprecher des AfD-Kreisverbands Oldenburg-Stadt/Ammerland, gilt als Initiator des „Oldenburger Kreises“ vertritt als Rechtsanwalt die völkisch-nationalistische „Identitäre Bewegung“, die er auch privat unterstützt. Zuletzt fiel er dadurch auf, dass er eine Solidaritätserklärung für die inhaftierte nationalsozialistische Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel unterzeichnete.

Diese Petition unterschrieb auch Thomas Hoyer. Hoyer trat für die AfD als Kandidat zur Kommunalwahl 2016 an und ist außerdem Funktionär der „Vereinigung alter Burschenschafter“ (VAB) Oldenburg. Eben jene VAB unterhält beste Verbindungen zur bekannten Holocaustleugnerin Imke Barnstedt. In Barnstedts Kleintheater „Berliner Zimmer“ in der Roggemannstraße in Oldenburg trifft sich die VAB jährlich zu einer Veranstaltung. Dieses Treffen konnte im Oktober 2018 durch antifaschistische Proteste verhindert werden.

Die gemeinsame Teilnahme an der Gedenkveranstaltung im Rahmen des „Volkstrauertags“ stellt einen weiteren Beleg dafür dar, dass sich die AfD auch in Oldenburg Teil eines Milieus ist, das bis zu bekannten Holocaustleugner*innen reicht.

Das Foto kann mit Quellenangabe (antifa.elf Oldenburg) frei verwendet werden. Falls es in höherer Auflösung benötigt werden sollte, kann dies per Mail erfragt werden. Über eine Rückmeldung, wenn Bilder verwendet werden, freuen wir uns.

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