antifa.elf Oldenburg http://antifaelf.blogsport.de unser denken und handeln darauf auszurichten, dass sich auswitz niemals wiederhole Fri, 19 Feb 2021 20:18:09 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en „DasSindWirOldenburg“ – Eine Vernetzung von ganz Rechts http://antifaelf.blogsport.de/2021/02/19/dassindwiroldenburg-eine-vernetzung-von-ganz-rechts/ http://antifaelf.blogsport.de/2021/02/19/dassindwiroldenburg-eine-vernetzung-von-ganz-rechts/#comments Fri, 19 Feb 2021 20:03:00 +0000 Administrator Allgemein Veranstaltung Naziszene eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2021/02/19/dassindwiroldenburg-eine-vernetzung-von-ganz-rechts/ In vielen Regionen in Deutschland gibt es derzeit „DasSindWir“- Gruppen auf „Telegram“. Seit dem 30.01.2021 vernetzen sich auch in Oldenburg und aus dem Umland diverse rechte Akteur*innen aus unterschiedlichen Spektren über den Nachrichtendienst. Die Telegramgruppe „DasSindWirOldenburg“ ist ein Sammelbecken aus Reichsbürger*innen, Verschwörungsgläubigen, QAnon-Anhänger*innen, Coronaleugner*innen, Holocaustleugner*innen und Neonazis.

Inhaltlich geht es in der Gruppe überwiegend um antisemitische Verschwörungserzählungen. Anders als bei „Querdenken 441 Oldenburg“, beschränken sich diese allerdings nicht nur auf die aktuelle Corona-Krise. So finden sich dort neben klassischen Reichsbürger*innenthemen, wie die Souveränität Deutschlands, Themen wie QAnon, Chemtrails und alle möglichen anderen absurden Verschwörungsmärchen.

Neben „Querdenken 441 Oldenburg“ ist „DasSindWirOldenburg“ die zweite Gruppierung für Antisemit*innen und Rechte. Ein erstes Treffen fand am 04.02.2021 am Bornhorster See in Oldenburg statt. Gekommen waren 10 Leute die sich auf dem Parkplatz des Bornhorster Sees trafen und gemeinsam um den See spazierten. Kurz darauf wurde eine private Chatgruppe mit allen Teilnehmer*innen des Treffens auf „Telegram“ erstellt.

Zerwürfnis mit „Querdenken 441 Oldenburg“?

Auch wenn sich die Mitstreiter*innen von „DasSindWirOldenburg“ zum Teil mit den Teilnehmer*innen von „Querdenken 441 Oldenburg“ überschneiden, scheint die Gruppe aber etwas eigenes auf die Beine stellen zu wollen und von einer Zusammenarbeit bisher abzusehen. So planen sie bereits eigene Aktionen ohne dabei auf die Strukturen von Querdenken zurückzugreifen. Das ist bemerkenswert, da sie sich inhaltlich als auch ideologisch gleichen und auch Kontakte bestehen dürften. Eine Erklärung könnte ein Zerwürfnis mit der Oldenburger Querdenken Bewegung sein.

Akteur*innen von „DasSindWirOldenburg“

Bei „DasSindWirOldenburg“ mischen seit Beginn bekannte Gesichter wie Eberhard Lüder und Nicole Dobiasch mit. Dobiasch nahm bereits am ersten Treffen der Gruppe teil. Im vergangenen Jahr trat Dobiasch bei mehreren Querdenken-Veranstaltungen in Oldenburg in Erscheinung. In der Telegramgruppe nennt sie sich „Runenzauber“ und der Name ist Programm. Ganz offen zeigt sie sich auf ihrem Telegramprofil mit neonazistischen Symbolen wie z.B der Schwarzen Sonne oder anderen Runen, die sie sich auf ihrem Körper tätowiert hat. Darüber hinaus finden sich dort teils martialische Bilder von ihr, auf denen sie sich z.B mit einem Messer, ihrem Hund und der Neonazimarke „Thor Steinar“ präsentiert. Nicole Dobiasch ist seit dem 01.02.2020 in der Gruppe, beteiligt sich fleißig im Chat und fällt immer wieder mit völkischen und antisemitischen Äußerungen auf. So antwortete sie am 05.02.2021 einem Gruppenmitglied aus Bremen per Sprachnachricht, in Bezug auf Oldenburg, „da ist man dann nicht mehr der einzige weiße Blonde auf der Straße“. Was in Bremen, ihrer Ansicht nach, nicht der Fall wäre. Am 05.02.2021 schrieb Nicole Dobiasch von dem „JU … Tempel alias Schlossgosse“.

Auch wenn sie es nicht ganz ausgeschrieben hat, dürfte ziemlich klar sein, dass sie „Judentempel“ schreiben wollte und mit „Schlossgosse“ die Oldenburger „Schlosshöfe“ gemeint sind. Was genau sie damit sagen will, führt sie nicht weiter aus. Wahrscheinlich sieht sie in den Schlosshöfen eine Art geballtes Kapital, hinter dem vermeintlich Jüd*innen stecken. Damit bedient sie ein altes antisemitisches Narrativ nachdem Jüd*innen hinter dem Finanzwesen stecken.

Ebenfalls kein Unbekannter ist der Reichsbürger Eberhard Lüder. Zuletzt nahm Lüder am 17.01.2020 an einer Veranstaltung von „Fridays gegen Altersarmut“ teil. Dort relativierte er die Shoah indem er die offiziellen Opferzahlen in Frage stellte. Davor war er Teil der gescheiterten Oldenburger Gelbwesten Bewegung. Am 01.02.2021 gründete er die Telegramgruppe „Großherzogtum Oldenburg“, in der ausschließlich Reichsbürger*innenthemen wie die Souveränität Deutschlands Inhalt sind. Lüder ist Administrator der Gruppe und „informiert“ dort als vermeintlicher „Experte“ und tauscht sich mit anderen Reichsbürger*innen aus.

Erste Aktion

Am 12.02.2021 fand die erste Aktion von „DasSindWirOldenburg“ statt. Eine kleine Gruppe von 7 Leuten traf sich am Horst-Janssen-Museum zu einer „Protestaktion“. Einige von ihnen hatten selbst gebastelte Schilder dabei. Ziemlich schnell fand sich auch ein antifaschistischer Gegenprotest ein, der die Gruppe begleitete. Unter den Anwesenden war auch wieder Nicole Dobiasch die ein Schild mit der Aufschrift „Impfen macht frei“ mit sich führte. Dabei war der Schriftzug zu einem KZ-Torbogen stilisiert. Mit diesem Schild zog die Gruppe u.a. an den Denkmälern für die Opfer des Nationalsozialismus in der Peter Straße vorbei.

Erste Aktion von „DasSindWirOlden“. Nicole Dobiasch mit „Impfen macht frei“-Schild
(Bildquelle: Nutshell Fotografie)

Fazit

In Oldenburg hat sich innerhalb weniger Tage eine neue völkisch-antisemitische Gruppe gebildet. Im Gegensatz zu „Querdenken 441 Oldenburg“, wird hier nicht einmal versucht irgendeine Art Fassade aufzubauen. Es wird ganz offen vom Umsturz geträumt sowie antisemitisches und völkisch-nationalistisches Gedankengut geteilt. Inwieweit sie es aber schaffen, öffentlich wirksame Aktionen auf die Beine zu stellen, bleibt abzuwarten. Im Moment sieht es nicht danach aus, als ob diese Gruppe ein ernstzunehmendes Potential hat oder ein ähnlich strukturelles Niveau erreicht wie die vermeintlichen Querdenker*innen. So wurde ein zweites geplantes Treffen, wegen Kälte und mangels potentiellen Teilnehmer*innen, abgesagt. Auch die erste Aktion floppte, dank antifaschistischer Intervention. Zudem sind sie sich über genaue Ziele teilweise uneins und es kommt immer wieder zu Streitereien innerhalb der Gruppe. Dennoch eint alle die Abneigung gegenüber dem politischen System, die Ablehnung einer modernen, emanzipatorischen Gesellschaft und ihr antisemitisches, völkisch-nationalistisches Weltbild voller Verschwörungsideologien. Dass es sich bei Anhänger*innen solcher vermeintlichen Verschwörungen keinesfalls bloß um harmlose Spinner handelt, sondern von ihnen eine konkrete Gefahr ausgeht, zeigte nicht zuletzt der Anschlag in Hanau.

Aus Worten, so abstrus sie auch erstmal klingen mögen, können schnell Taten werden. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass „DasSindWirOldenburg“ ganz schnell wieder in der Versenkung verschwindet.

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Coronaleugner*innen, Querdenker*innen & co. http://antifaelf.blogsport.de/2020/10/21/coronaleugnerinnen-querdenkerinnen-co/ http://antifaelf.blogsport.de/2020/10/21/coronaleugnerinnen-querdenkerinnen-co/#comments Wed, 21 Oct 2020 18:25:55 +0000 Administrator Allgemein gefällt uns http://antifaelf.blogsport.de/2020/10/21/coronaleugnerinnen-querdenkerinnen-co/ Erstaunlich ruhig ist es in unserem Blog angesichts der aktuellen Aktivitäten von verschwörungsideologischen Corona-Leugner*innen, Querdenker*innen und co. Das liegt vor allem daran, dass es bereits viele sehr gute Veröffentlichungen dazu gibt.


Quelle: Nutshell Fotografie

Wir empfehlen folgende Seiten und Kanäle, um sich auf dem Laufenden zu halten:


- Auf Abstand (Blog)

- Auf Abstand (Twitter)
- Recherchenetzwerk gegen Esokram Oldenburg (Twitter)
- Recherchenetzwerk gegen Esokram Oldenburg (Blog)
- WichtelWatch OL (Twitter)
- Gruppe AGORI (Blog)
- Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Oldenburg (Blog)
- Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Oldenburg (Blog)

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Blut, Brüder, Nationalsozialismus http://antifaelf.blogsport.de/2020/10/21/blut-brueder-nationalsozialismus/ http://antifaelf.blogsport.de/2020/10/21/blut-brueder-nationalsozialismus/#comments Wed, 21 Oct 2020 17:33:10 +0000 Administrator Allgemein Naziszene eigene Veröffentlichungen http://antifaelf.blogsport.de/2020/10/21/blut-brueder-nationalsozialismus/ Das Phänomen ist keinesfalls neu: Während klassische neonazistische Kameradschaften und Parteien zunehmend an Bedeutung verlieren, organisieren sich immer mehr Neonazis in Rockerclubs oder gründen selbsternannte „Bruderschaften“. Dass diese Strukturen attraktiv für dieses Klientel sind, liegt auf der Hand: Feste Strukturen, klare Hierarchien, ein martialisches und tatsächlich gewalttätiges Auftreten, Männlichkeitskult, Dominanzbestrebungen und nicht zuletzt der Wunsch nach lukrativen Geschäften.

Der folgende Artikel soll ein kurzes Schlaglicht auf den Oldenburger Ableger der selbsternannten „Bruderschaft“ „Blood Brother Nation“ geben.

Das „Antifa Infoblatt“ Nr. 110 vom 16.06.2016 schrieb zu neonazistischen „Bruderschaften“:

„Brigade 8“, „Nordic 12“, „Blood Brother Nation“

Die „Brigade 8“, kurz B8, wurde im Jahr 2012 vom Neonazi Christian Muff aus Schleswig gegründet und zählt zu den umtriebigsten Neonazi-Bruderschaften in Deutschland. Sie hat einen Ableger in der Schweiz und unterhält nach eigenen Angaben Chapter in sieben Bundesländern. Als „General“ der „Brigade 8“ tritt derzeit Marc Jekat aus Barsinghausen (bei Hannover) auf. Kernregion der B8 ist Bremen und Umland. Durch den Umzug des Bremer Neonazis Lutz M. nach Weißwasser entstand in Ostsachsen der zweitgrößte Ableger der B8. Schnell fand er in und um Weißwasser „Brüder“, die danach drängten, mit Rangabzeichen der B8 ausstaffiert zu werden. Auf dem Grundstück von Lutz M. befindet sich das Clubheim des Chapters Weißwasser, der „Brigade-Bunker“, in dem regelmäßig kleinere Konzerte stattfinden, beispielsweise mit dem B8-Liedermacher Mario Graviat (aka „Brauni“) aus Oberfranken.

Für einzelne Mitglieder war die B8 das Sprungbrett in führende Rockergruppen. So schloss sich Sebastian G. von der B8-Sektion Hannover 2014 den Hells Angels an und Christian Muffs „Karriere“ führte 2015 in den „United Tribuns MC“, den er jedoch nach wenigen Monaten aufgrund eines Fehlverhaltens verlassen musste.
Mitglied der „Brigade 8“ war auch der Bremer Andreas Lohei, dessen Neonaziband „Legion Germania“ der B8 eine eigene Hymne schrieb. Lohei ist das Beispiel eines Neonazis, der immer groß herauskommen und ganz nach oben wollte, es jedoch nie schaffte. Vor einigen Jahren suchte er Anbindung an die Bremer Hammerskins, bekam mit ihnen aber Ärger, da er seine damalige Band „Endlöser“ unautorisiert als Hammerskin-Band präsentiert hatte. Auch in der B8 hielt es Lohei nicht lange. Er verließ die Gruppe und schuf sich mit „Nordic 12“ seine „eigene“ Bruderschaft, die ebenfalls im Bremer Raum ansässig ist. „Nordic 12“ kann heute auf zwei bis drei Dutzend Mitglieder verweisen, über das Label „Nordic Valkyrien“ sind auch Frauen an die Struktur angebunden.

Ein enges Verhältnis besteht zwischen „Nor­dic 12“ und der Bruderschaft „Blood Bro­ther Nation“ (BBN), die ihre deutschen Schwerpunkte in den Regionen Oldenburg, Magdeburg und Frankfurt an der Oder hat. Ein Exponent der BBN in Deutschland ist der Rathenower Thomas Lange, der als Liedermacher „Teutonicus“ (auch: „Toitonicus“) bei Demonstrationen des extrem rechten „Bür­gerbündnis Deutschland“ in Rathenow auftritt.
Die BBN gründete sich in der Provinz Gävleborg in Schweden und verbreitete sich von dort aus in andere Länder. Anders als manch andere neonazistische Bruderschaft bekennt sich die BBN offen zur „White Power“-Bewegung. In ihrem Selbstverständnis heißt es: „Wir sind eine weiß-nationalistisch denkende Bruderschaft und erwarten von jedem Mitglied mit Vernunft danach zu handeln.“ In Schweden ist die BBN mit den dortigen Strukturen des „Blood & Honour“-Netzwerkes verbunden. Die Rekrutierung von Mitgliedern findet unter anderem in dieser Szene. Das Label „Sniper-Records“, welches seit vielen Jahren B&H-Bands verlegt, ist für das Merchandise der BBN zuständig.

Obwohl der oben zitierte Artikel bereits vier Jahre alt ist, sind die Strukturen, auch in Oldenburg, weiterhin existent, auch wenn ihre Mitglieder ein offenes Auftreten in Oldenburg scheuen und es in der Öffentlichkeit in letzter Zeit recht ruhig um sie geworden ist.

Um die Strukturen der „Blood Brother Nation“, ihre Vernetzungen und Handlungsschwerpunkte analysieren zu können, lohnt ein Blick auf die lokalen Protagonist*innen.

Marcel Kasbera

Bindeglied zwischen verschiedenen Gruppierungen ist der 1982 im thüringischen Bad Tennstedt geborene Marcel Kasbera. Zur Gründung der sogenannten „Brigade 8″ wurde Kasbera zum „General“ der Region Niedersachsen-Bremen.
Wie lange er diese Position inne hatte ist nicht komplett nachvollziehbar. 2014 zeigte er sich auf einem Bild mit einem Pullover der Parallelstruktur „Nordic 12″ und trug zum einjährigen Bestehen 2015 auch deren Kutte.
2016, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des oben zitierten AIB-Artikels, war Marc Jekat aus Barsinghausen schließlich General der „Brigade 8″ in Niedersachsen-Bremen. Zu diesem Zeitpunkt tauchten auch erstmals Bilder von Kasbera in der Kutte der „Blood Brother Nation“ auf. Im Gegensatz zu anderen, allerdings in weißer Weste. In diesem Zeitraum muss also ein Wechsel stattgefunden haben.

Marcel Kasbera wohnt zusammen mit seiner Frau Monja und einem Sohn im Oldenburger Stadtteil Bürgerfelde. Zu ihrer Hochzeit im Juli 2016 waren „Nordic 12″-Mitglieder aus Bremen sowie „BBN-Brüder“ aus Schweden anwesend. Besonderheit: Die Rechtsrockband „Randgruppe Deutsch“ besang die Hochzeit in einem eigenen Lied, welches Kasbera auf seinem Youtube Kanal „M. Kresse“ veröffentlichte.

Die besungene Hochzeit war nicht der einzige Besuch von Neonazis aus Schweden: Es besteht ein dauerhafter Kontakt mit gegenseitigen Besuchen. Ein größeres Treffen fand im September 2016 im Garten der Kasberas statt.


Besuch von schwedischen Neonazis in Oldenburg-Bürgerfelde im September 2016
Quelle: Social Media

Im Alltag hält Marcel Kasbera sich zurück, was politische Arbeit vor Ort angeht. Dennoch gab es Berichte von Betroffenen, in denen von Pöbeleien Kasberas gegen Menschen, die er für „Linke“ hielt, die Rede ist.

Außerdem bemerkenswert: In der umfangreichen Sammlung an T-Shirts mit Neonazisymbolik finden sich auch zahltreiche Motive des in Deutschland verbotenen Neonazinetzwerks „Blood and Honour“.

Monja Kasbera (geb. Retzkowski)

Die 1979 in Gera (Thüringen) geborene BBN-Supporterin ist seit dem 22.07.2016 mit Marcel Kasbera verheiratet. Seit 2001 arbeitet sie als Kurierfahrerin und kommt somit mit Daten und Anschriften zahlreicher Menschen in Berührung.

Im Jahr 2012 besuchte Monja Kasbera zusammen mit anderen Oldenburger BBN-Mitgliedern das sogenannte „Kuggnäs Rechtsrock Festival“ südlich von Stockholm. Dabei trafen sie auf Mitglieder von schwedischen BBN-Gruppen, mit denen bis heute ein reger Austausch besteht. Untergebracht waren sie im Haus ihres schwedischen „Kameraden“ Tim Björnsen.


Oldenburger BBN-Neonazis zu Besuch in Schweden
Quelle: Social Media

Ebenso wie ihr Mann tritt Monja Kasbera teilweise mit Pöbelein gegen vermeintliche Linke auf.
Ansonsten ist sie viel bei Ebay Kleinanzeigen und in Facebook-Flohmarktgruppen aktiv und bietet von Kleidung über Aschenbecher in Drachenform bis zum Kühlschrank verschiedene aussortierte Dinge an.

Josef Judisch


Rechts: Judisch während einer verschwörungsideologischen Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen

Josef Judisch wurde im März 1965 geboren und besuchte die Grund- und Hauptschule im emsländischen Klein Berßen.

Judisch arbeitet als Fahrer für einen Entsorgungsbetrieb in der Nähe vom Oldenburger Bahnhof[1].
Zeitweise soll er auch als Türsteher in der Kneipe „Big Ben“ in der Wallstraße in der Oldenburger Innenstadt gearbeitet haben. Besucher*innen erinnern sich möglicherweise an seine markante „Aryan“-Tätowierung am Hals. Das „Big Ben“ geriet bereits in den Jahren 2015 und 2016 wegen rassistischer Einlasspolitik in die Kritik.

Seine neonazistische Gesinnung trägt Judisch auch an anderen Stellen deutlich sichtbar auf seiner Haut zur Schau. So zeigt er offen seine Zugehörigkeit zur „Blood Brother Nation“ sowie Abbildungen wie ein SS-Symbol oder eine sogenannte „Schwarzen Sonne“.

Auf der Seite „BikerOrNot“ besteht ein Profil der „Blood Brother Nation“ mit einem Bild von Josef Judisch in Kutte und mit gut sichtbarem Hinterkopftattoo, das einen Wikinger und den Schriftzug „Odin“ zeigt. In den Kommentaren wird, neben Hinweisen auf inzwischen gelöschte Internetseiten, auch eine sichere und „weiße“ Weihnacht gewünscht.

Darüber hinaus gehörte auch Judisch zu der Oldenburger „BBN“-Reisegrupe, die 2012 um „Kuggnäs“-Rechtsrockfestival nach Schweden fuhr.

Zusammen mit dem ehemaligen Hooliganführer Benjamin Fröhle nahm Judisch am 16.05.2020 an der verschwörungsideologischen sogenannten „Menschenwürde Demo“ auf dem Gelände der Weser-Ems-Halle teil. Genau wie die Organisator*innen fiel Judisch bisher nicht mit seinem Engagement für Menschenrechte auf.

Julian Klein

Der 1993 geborene Julian Klein ist seit 2012 Mitglied der „Blood Brother Nation“. In dieser Zeit fiel er bereits als Anhängsel des NPD-und Kameradschaftsaktivisten Daniel Gawenda auf.

Klein ist großer Fan nationalsozialistischer Symboliken. Neben Shirts von diversen Nazibands (zum Beispiel hier) und einem das ihn als Supporter von „Blood & Honour“ ausweist, hat er in seiner Wohnung eine SS-Fahne an der Wand. Neben weiteren Tattoos trägt er auf der Brust ein Wappen in Reichsfarben mit SS-Totenkopf.


Blick in Julian Kleins Wohnzimmer
Quelle: Social Media

2012 und 2013 nahm Julian Klein ebenfalls am Rechtsrockfestival „Kuggnäs“ in Schweden teil. Im Gegensatz zum Vorjahr waren sie 2013 nicht bei „Kameraden“ untergebracht, sondern zelteten auf dem Festivalgelände. 2012 traf Klein Hannes Ostendorf, den Sänger der Nazi-Band „Kategorie C“.


Fanfoto: Julian Klein zusammen mit Hannes Ostendorf, Sänger der Bremer Neonaziband „Kategorie C“ während eines Rechtsrockfestivals 2012 in Schweden
Quelle: Social Media

Ebenfalls 2012 wurde Julian Klein morgens in Oldenburg von Unbekannten überfallen. Er vermutete Linke hinter dieser Attacke und schwor lauthals Rache. Bis auf einen Angriff durch seinen damals bei den „Red Devils“, einem Anhängsel der „Hells Angels“ aktiven Bruder Hendrik Klein aufs Alhambra, welcher für ihn in einer halsbrecherischen Flucht endete, passierte aber nichts.

2016 nahm Julian Klein am oben erwähnten Treffen mit schwedischen Neonazis bei Kasberas im Garten teil.

2017 war Klein zusammen mit seinem Kameraden Christoph Wels bei einem medial viel bachteten Neonazikonzert in Themar.

Anfang 2018 entstand ein Foto von Julian Klein, Christoph Wels und einer weiteren Person in Kutten der „Blood Brother Nation“. Dieses Bild wurde daraufhin in weiten Teilen der BBN Szene als Titelbild in sozialen Netzwerken verwendet.

Am 05.05.2018 war Klein zusammen mit Christoph Wels bei einem AfD-nahen „Frauenmarsch“ in Delmenhorst anwesend.


Christoph Wels und Julian Klein (rechts) beim rassistischen „Frauenmarsch“ in Delmenhorst
Quelle: recherche-nord

Ebenfalls 2018 tauchte Klein am Rande einer großen Bündnisdemo gegen einen glechzeitig in Oldenburg statfindenden AfD-Parteitag auf. Angesichts der gut 10.000 Teilnehmer*innen traute er sich dann wohl doch nicht in Aktion zu treten, obwohl er online um markige Worte nicht verlegen ist.

Christoph Wels

Der am 1988 geborene, aus dem sachsen-anhaltinischem Klötze kommende Christoph Wels zog erst im August 2019 nach Oldenburg. Zuvor war er bereits in Vechta als Mitglied von „Blood Brother Nation“ sowie der Hooligangruppe „Querschläger“ aufgefallen.

2017 war er zusammen mit Julian Klein Teilnehmer beim Neonazikonzert in Themar (siehe oben),

Während seiner Teilnahme am „Frauenmarsch“ in Delmenhorst fiel Wels durch das Abfotografieren und Anpöbeln von Journalist*innen auf.


Gepöbel während eines AfD-nahen „Frauenmarsches“ in Delmenhorst
Quelle: recherche-nord

Ende 2018 posierte er mit einem offen neonazistischen T-Shirt auf einem Gruppenbild mit den Gewinnern einer „Fight Night“, eines Kampfsportevents, in Vechta. In diesem Kontext veröffentlichte er auch eine Grafik mit neonazistischen Symboliken und der Losung „Bruder für Bruder; Ehre, Stolz und Treue“.

Am 09.11.2019 nahm Christoph Wels darüber hinaus zusammen mit Neonazis der emsländischen Guppierung „Amsivaren“an einer Solidaritätsdemonstration für die verurteilte und inhaftierte Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel in Bielefeld teil.


Solidaritätsdemonstration für eine verurteilte Holocaustleugnerin
Quelle: recherche-nord


Am 15.02.2020besuchte Wels zusammen mit Mitgliedern der „Brigade 8 Salzwedel“ den sogenannten „Trauermarsch“ in Dresden teil und betrauerte die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten im zweiten Weltkrieg.

Wels gilt als aktionsorientiert und könnte sich in Zukunft weniger zurückhaltend präsentieren als andere Oldenburger BBN-Mitglieder. Zudem verfügt er über ein breites Netz an Kontakten, von der emsländischen Kameradschaftsszene, Vechtaer Hooliganstrukturen bis hin zur Bremer „Brigade 8“ Abspaltung „Nordic 12“.

Kai und Nadine Pfohlmann

Kai Pfohlmann ist ebenfalls Teil der Oldenburger BBN-Struktur, obwohl beide vermutlich in Bremen wohnen. Zusammen mit seiner Frau Nadine Pfohlmann war er 2012 (siehe unten) und 2013 mit in Schweden.


Kai Pfohlmann (links im Bild) bei einem Neonazitreffen 2012 in Schweden
Quelle: Social Media


Weitere

Auch wenn der Ideologie entsprechend Frauen in der BBN- „Bruderschaft“ nicht Mitglied werden dürfen, gibt es doch mit Monja Kasbera und Nadine Pfohlmann Frauen, die aktiv sind, auch ohne formal Mitglieder zu sein. Dazu gehören auch Catrin Lietz aus Hude sowie die Oldenburgerinnen Jennifer Keller und Natalie Ramke.

Vernetzung

„Blood Brother Nation“ versteht sich als internationales Netzwerk. Dementsprechend haben auch die Oldenburger Vertreter*innen Kontakte in das Milieu der sogenannten „Bruderschaften“, speziell nach Schweden.

Darüber hinaus bestehen gute Verbindungen zu Peer und Franziska Koss aus Frankfurt/Oder. Peer Koss betrieb eine wegen rassistischer und menschenverachtender Hetze medial beachtete Facebookseite mit dem Titel „Nationale Weiße Hoffnung 2.0“.

Peer und Franziska Koss waren zumindest 2013 ebenfalls in Schweden, zusammen mit den Magdeburgern Thomas Finke und Steffen Förster, dem Cloppenburger Lars Mueller und der Gruppe „Nordic12“ aus Bremen.


Franziska und Peer Koss zusammen mit der Oldenburgerin Nadine Pfohlmann in Schweden
Quelle: Social Media

Fazit

Mit „Blood Brother Nation“ existiert in Oldenburg eine Neonazistruktur, die nicht durch direkte politische Arbeit auffällt. Man wird wohl eher nicht erleben, dass „BBN“ Flyer verteilt oder eine Demonstration organisiert. Eine solche „Bruderschaft“ hat jedoch andere Zwecke: Sie ist wichtiger Teil neonazistischer Infrastruktur, gerade im Rechtsrockbereich. Sie bindet Neonazis und festigt sie ideologisch. Und natürlich geht von Verfechter*innen einer gewaltvollen Vernichtungsideologie auch ganz real eine Gefahr aus.
Gerade nach den deutschlandweiten Verboten der Netzwerke „Blood and Honour“ im Jahr 2000 sowie dessen militantem Arm „Combat 18“ 20 Jahre später sucht die Szene nach Ersatzstrukturen. „Blood Brother Nation“ ist in dieser Hinsicht sicherlich hilfreich, die Kontakte bestehen ohnehin.

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Schwarz-weiß-rot-blau in Donnerschwee http://antifaelf.blogsport.de/2020/09/08/schwarz-weiss-rot-blau-in-donnerschwee/ http://antifaelf.blogsport.de/2020/09/08/schwarz-weiss-rot-blau-in-donnerschwee/#comments Tue, 08 Sep 2020 19:23:20 +0000 Administrator Allgemein eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2020/09/08/schwarz-weiss-rot-blau-in-donnerschwee/ In der Kleingartenanlage „Über der Heide“ kommt zusammen was zusammen gehört: Reichs- und AfD-Fahne hängen in einer Parzelle in trauter Eintracht zusammen. Uns ist bewusst, dass eine solche Nachricht heutzutage kaum eine Überraschung darstellt. Dennoch finden wir es wichtig die Normalisierung der AfD im öffentlichen Raum immer wieder zu thematisieren.

Weiterhin sind wir gespannt ob die Menschen in der Kleingartenanlage reagieren: Ob sie dem Mitglied kündigen oder (wie so oft) sich mit den Neofaschist*innen vor Ort arrangieren.

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Kurzmeldung: Blick auf einen Ostfriesischen AfD-Funktionär an der Hochschule Emden-Leer http://antifaelf.blogsport.de/2020/03/07/kurzmeldung-blick-auf-einen-ostfriesischen-afd-funktionaer-an-der-hochschule-emden-leer/ http://antifaelf.blogsport.de/2020/03/07/kurzmeldung-blick-auf-einen-ostfriesischen-afd-funktionaer-an-der-hochschule-emden-leer/#comments Sat, 07 Mar 2020 15:14:09 +0000 Administrator Allgemein eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2020/03/07/kurzmeldung-blick-auf-einen-ostfriesischen-afd-funktionaer-an-der-hochschule-emden-leer/ Im Dezember 2019 kam es zu einer Veranstaltung des lokalen AfD-Ablegers in der Gaststätte „de Pütt“ in Leer. Etwa 15 Mitglieder der völkischen Partei aus der Region Ostfriesland waren vor Ort.

Ebenfalls zugegen: Reiner Osbild, Vorstandsmitglied in der Ostfriesischen AfD. Osbild ist darüber hinaus im Vorstand der „Desiderius-Erasmus-Stiftung“. Osbild ist also als aktiver Funktionär zu sehen. Wenn er nicht gerade mit seinen Parteifreunden Grünkohl im „de Pütt“ isst oder für die AfD-Parteistiftung an der Stärkung völkischer Positionen in der Gesellschaft arbeitet, verdient er scheinbar sein Geld als Professor an der Hochschule Emden-Leer. Auf ihrer Homepage ist Osbild im Fachbereich Wirtschaft gelistet.

Reiner Osbild scheint im Übrigen auch ein großer Fan von dem rassistischen und antisemitischen Verschwörungsideologen Udo Ulfkotte zu sein. So liest der Professor in einem youtube-Video aus Ulfkottes rassistischem Buch „Alles Einzelfälle – Massenmigration und Einzelfälle“. Erschienen ist dieses Buch im übrigen im Verlag „Antaios“. Dieser Verlag des Neofaschisten Götz Kubischek gilt als extrem einflussreich für sog. „Neue Rechte“ und steht dem völkischen Höcke-Flügel nahe.

Zusammengefasst: Ein Professor an der Hochschule Emden-Leer ist nicht nur in der AfD und dessen Stiftung in Vorstandspositionen tätig, sondern liest auch noch zusätzlich offen aus den übelsten rassistischen und verschwörungsideologischen Machwerken.

Bislang ist noch nichts darüber bekannt, wie die Hochschule Emden-Leer zu einem Mitarbeiter steht, der offen menschenverachtende Positionen vertritt und gegen sämtliche wissenschaftliche Standards und Ethik verstößt.

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AfD-Stadtrat Gerhard Vierfuß und die Neonazis http://antifaelf.blogsport.de/2019/11/21/afd-stadtrat-gerhard-vierfuss-und-die-neonazis/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/11/21/afd-stadtrat-gerhard-vierfuss-und-die-neonazis/#comments Thu, 21 Nov 2019 18:50:54 +0000 Administrator Allgemein Naziszene eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2019/11/21/afd-stadtrat-gerhard-vierfuss-und-die-neonazis/ Auf seinen Twitteraccount hat der selbsternannte „rechte Anwalt“ und Oldenburger AfD-Stadtrat die Neonaziband „Sleipnir“ verlinkt. „Sleipnir“ veröffentlicht seit Jahren neonazistische Musik und pflegt Verbindungen zu militanten Kameradschaftsgruppen und dem mittlerweile in Deutschland verbotenen terroristischen Netzwerk „Blood and Honour“. In einer Konversation über den sogenannten „Volkstrauertag“ auf Twitter verlinkte Vierfuß das Lied „Opa ich vermisse dich“ von der Neonaziband. Inhaltlich wird in dem Text „klassischer“ neonazistischer Geschichtsrevisionismus betrieben: Die TäterInnengeneration des Nationalsozialismus wird in diesem Machwerk als heldenhaft verehrt.


Quelle: Screeenshot Twitter vom 17.11.2019


Gerhard Vierfuß bei einem Infostand der Oldenburger AfD am 18.05.2019
Quelle: Nutshell Fotografie

Ein deutlicher Kommentar Vierfuß‘s zum „Volkstrauertag“: Für ihn ist es scheinbar ein Tag des Gedenkens des deutschen Nationalismus.

Dies wird auch deutlich, wenn der Kontext von Vierfuß‘ Aktivitäten der letzten Jahre am Volkstrauertag in den Blick genommen wird: Im Jahr 2018 trauerte er zusammen mit der Holocaustleugnerin Imke Barnstedt, im Jahr davor legte sein Verein „Oldenburger Kreis“ einen Kranz nieder, mit dem sowohl der „gefallenen Soldaten […] der beiden Weltkriege“ als auch der „Opfer der Gewalt gegen Deutsche während der letzten Jahre im eigenen Land“ gedacht werden sollte. Ein Gedenken, das gezielt ohne die Erwähnung deutscher Schuld, speziell während des Nationalsozialismus, auskommt. Im Gegenteil: Deutsche Verbrechen werden glorifiziert. In diesem Zusammenhang dann auch noch Menschen zu erwähnen, die in der heutigen Zeit vermeintliche „Opfer von Gewalt gegen Deutsche“ geworden sein sollen, erscheint mehr als skurril.
Dass Vierfuß am „Volkstrauertag“ scheinbar rassistische Botschaften verbreitet und um tote Nazis trauert wundert indes nicht – schließlich dürfte einem Antisemiten wie Vierfuß nicht viel an den Millionen von den NationalsozialistInnen ermordeten Menschen liegen. Die zahllosen offen antisemitischen und rassistischen Äußerungen des Rechtsanwaltes der neofaschistischen Identitären Bewegung haben wir schon in einem anderen Artikel zusammengefasst:

Auch die bundesweit bekannte, derzeit inhaftierte notorische Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel wurde von Gerhard Vierfuß (wie auch von anderen lokalen AfD-Mitgliedern) unterstützt. Haverbeck-Wetzel ist eine Ikone in der militanten Neonaziszene und hat nie einen Hehl daraus gemacht, selbst dem Nationalsozialismus nahe zu stehen. Eben jede Neonaziaktivistin und Holocaustleugnerin unterstütze Vierfuß in einer Onlinepetition und forderte ihre Freilassung.

Diese Bezüge sind keineswegs zufällig. Vierfuß äußert sich in den sozialem Medien selbst antisemitsch, etwa indem er von einer vermeintlich „tragenden Rolle von Juden bei der Auflösung aller Dinge“ fantasiert und sich dabei auf den Antisemiten Kevin MacDonald bezieht. Auch raunt Vierfuß, man solle sich „den Anteil von Juden, die innerhalb der UN massiv für Migration eintreten“ anschauen. Zumindest subtil wird hier die Verschwörungstheorie des „großen Austauschs“ genährt, nach der die „deutsche Bevölkerung“ gegen Geflüchtete ausgetauscht werden solle. Gesteuert von finsteren Mächten im Hintergrund. Passend dazu teilt Gerhard Vierfuß via Twitter auch ein verschwörungsideologisches Video über  den „Adel, die Rothschilds & das Klimamärchen“. Für Vierfuß „Analysen dessen, was eigentlich geschieht in der Welt“. Für den Anwalt „zumindest teilweise sehr überzeugend“.

Um so merkwürdiger mutet die Kritik in einem Kommentar in der Nordwest Zeitung an. Der Autor schreibt hier, anlässlich einer im Stadtrat verabschiedeten Resolution zum Thema Antisemitismus, zu den dortigen antifaschistischen Protesten gegen Vierfuß:
„Gerhard Vierfuß ist einer jener AfD-Vertreter, die durch fehlende Abgrenzung von rechtsradikalem Gedankengut höchstes Misstrauen verdienen.“ Die Wahrheit ist: Vierfuß kann sich gar nicht von solchem Gedankengut abgrenzen, weil er es selbst vertritt. Weiter heißt es dort: „Seine Nähe zur sogenannten  Identitären Bewegung – deren Verhältnis zur Verfassung beschäftigt die Gerichte – macht seinen Einzug in den Rat schwer erträglich“. Die Wahrheit ist: Gerhard Vierfuß ist Aktivist der „Identitären Bewegung“ und vertritt diese als Rechtsanwalt und besucht deren Demonstrationen. Hier von „Nähe“ zu sprechen ist in unseren Augen verharmlosend, impliziert Nähe doch noch einen gewissen Abstand. Weiter im Text heißt es: „Dennoch: Vierfuß ist ordnungsgemäß in den Rat eingezogen. Er genießt wie andere Ratsvertreter Rederecht. Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut. Wer Vierfuß dieses Recht – wie am Montagabend geschehen – durch Brüllen und Schreien nehmen will, diskreditiert sich selbst.“ Diese Argumentation hat zwei wesentliche Fehler: Richtig, die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, sie kennt jedoch auch Grenzen: Dort wo andere Menschen diskriminiert werden. Und das tut Vierfuß immer wieder. Der zweite Fehler: Der Rat soll zumindest seinem Anspruch nach ein Ort des Austausches von Argumenten sein, aber welche Argumente sollen von einem Antisemiten zum Thema Antisemitismus kommen? Antisemitismus ist nicht rational und daher ein Diskurs mit Antisemiten nicht zielführend. Es sollte viel mehr darum gehen, Antisemit*innen und ihre mörderische Ideologie zu stoppen, anstatt ihnen eine Bühne zu bieten.

Falsch verstandene Toleranz führt seit Jahren dazu, dass die AfD darin erfolgreich ist, die Grenze des Sagbaren und somit auch Diskurse in ihrem Sinne zu verschieben. Je mehr dies gelingt, desto weniger Mühe gibt sich die Partei damit, ihre Verbindungen in die neonazistische Szene zu verschleiern. Ein jüngstes Beispiel ist das polnische Bytom, in dem jüngst ein Gedenkstein für „deutsche Soldaten“ eingeweiht wurde. Ganz offen finanziert vom AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Protschka und vom Berliner Ableger der AfD-Jugend „Junge Alternative“. Ebenso scheinbar selbstverständlich dabei: Die NPD-Jugend „Junge Nationalisten“. Berührungsängste gibt es keine: Ebenso wie bei Gerhard Vierfuß und der Nazimusik.  

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Wechsel im Stadtrat – Völkischer Hardliner rückt für die AfD nach http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/22/wechsel-im-stadtrat-voelkischer-hardliner-rueckt-fuer-die-afd-nach/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/22/wechsel-im-stadtrat-voelkischer-hardliner-rueckt-fuer-die-afd-nach/#comments Sun, 22 Sep 2019 20:54:48 +0000 Administrator Allgemein eigene Veröffentlichungen Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/22/wechsel-im-stadtrat-voelkischer-hardliner-rueckt-fuer-die-afd-nach/ Anfang September dieses Jahres wurde bekannt, dass einer der beiden AfD-Abgeordneten im Oldenburger Stadtrat sein Mandat vorzeitig zurückgeben würde. Christoph Brederlow zieht sich nicht nur aus dem Kommunalparlament der Stadt Oldenburg, sondern gleich komplett aus der AfD zurück. Aus gesundheitlichen Gründen, wie die Partei verlauten ließ.

Resultierend aus den Ergebnissen der Kommunalwahl 2016 rückt nun mit Gerhard Vierfuß ein bekanntes Gesicht für die AfD in den Rat nach. Oft haben wir bereits über das Gründungsmitglied der Oldenburger AfD berichtet. Der folgende Artikel soll angesichts der neuen öffentlichen Bedeutung des Oldenburger Hardliners die bisherigen Recherchen und neue Erkenntnisse zusammenfassen.


Gerhard Vierfuß am 10.06.2018 in Papenburg während einer Kundgebung der AfD und des sog. „Frauenmarsch Niedersachsen“. Auf dem Schild eine Parole, die aus der Neonaziszene stammt
Bild: recherche-nord

„Der rechte Anwalt“: Aktiv für die „Identitäre Bewegung“

Schon im Jahr 2013 nahm Gerhard Vierfuß an der Gründungsveranstaltung des damaligen AfD-Kreisverbands Oldenburg-Stadt/Ammerland im Oldenburger Ratskeller teil. Bereits seit 2007 war Vierfuß zudem für die nationalkonservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ tätig und publizierte dort auch Texte. Vierfuß wurde schnell zu einem der Sprecher des AfD-Kreisverbands und trat auch zur Kommunalwahl 2016 für die Partei an, was ihm nun zu einem Sitz im Stadtrat verhilft.

Doch auch abseits der AfD ist Vierfuß in einschlägigen Kreisen aktiv. Ganz im Sinne der bundesweiten Praxis ignoriert der Oldenburger einen Unvereinbarkeitsbeschluss der Bundes-AfD und arbeitet mit der völkisch-rassistischen „Identitären Bewegung“ zusammen. Dies geschieht beispielsweise auf der beruflichen Ebene. Als Rechtsanwalt vertrat Vierfuß die „Identitären“ in einem Prozess gegen das Bundesinnenministerium, um eine Einstufung der „IB“ als „rechtsextremistisch“ und somit eine Nennung in den Verfassungsschutzberichten der Bundesländer zu verhindern. Bekanntlich ohne Erfolg, die „Identitären“ werden mittlerweile vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „rechtsextremistisch“ geführt.

Im August 2018 nahm Gerhard Vierfuß an dem „IB“-OpenAir „Europa Nostra“in Dresden teil und hielt dort einen Vortrag.


Titelbild des Videomittschnitts von Vierfuß‘ Vortrag auf einem Open Air-Festival der „Identitären Bewegung“ im August 2018 in Dresden
Quelle: youtube

Auch bei einer versuchten Demonstration der „IB“ in Halle/Saale am 20.Juli 2019 trat Vierfuß als Rechtsbeistand des Versammlungsleiters in Erscheinung. Ebenfalls erfolglos, die Demonstrationsroute wurde von Antifaschist*innen erfolgreich blockiert.

Doch Vierfuß‘ Engagement für den völkisch-nationalistischen Scheinriesen ist nicht nur beruflicher Natur. So besuchte Vierfuß als Privatperson eine Demonstration der „IB“ in Berlin und macht auch in sozialen Netzwerken keinen Hehl aus seiner Sympathie für die „Identitären“.


AfD-Aktivist Gerhard Vierfuß während der Demonstration der „Identitären Bewegung“ am 17.06.2017 in Berlin
Bild: Oskar Schwartz

Auch den bekannten Göttinger Neofaschisten Lars Steinke vertrat Vierfuß als Rechtsanwalt. Im Februar 2018 sollte Steinke wegen zu radikaler Aussagen und Vernetzungen vom Bundesparteitag der „Jungen Alternative“, der Jugendorganisation der AfD, ausgeschlossen werden. Steinke, der mit bekannten Neonazis de Gruppierung „Thügida / Volksbewegung Thüringen/Niedersachsen“ gründete, klagte mit Gerhard Vierfuß als Rechtsbeistand. Später sollte Steinke den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg aus „Verräter“ bezeichnen und wurde deswegen aus der AfD ausgeschlossen. Der niedersächsische Landesverband der „JA“, den Steinke maßgeblich mitprägte, wurde vom Bundesverband wegen zu radikaler Inhalte aufgelöst.

Mittlerweile versucht Vierfuß, der mittlerweile von seiner Wohnung aus arbeitet, sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter als „der rechte Anwalt“ zu profilieren.

Es wird also deutlich, dass Gerhard Vierfuß sich klar zum radikalen völkischen „Flügel“ der AfD um Andreas Kalbitz und Björn Höcke zählt. In den sozialen Medien macht er hieraus auch keinen Hehl. Im Gegenteil: Vierfuß erklärt auf seiner Facebookseite, dass alles, was Herr Höcke mache, grundsätzlich unumstritten sei.

„Germanen“, „Rasse“ und „Genetik“

Dass es hierbei durchaus nennenswerte Schnittmengen zur klassischen Ideologie des Nationalsozialismus gibt, zeigen die Personen, die Gerhard Vierfuß mit dem Verein „Oldenburger Kreis“, dem er vorsitzt, vernetzen möchte. So ist es kein Zufall, dass die erste öffentliche Veranstaltung des „Oldenburger Kreis“ Ende August 2018 mit dem Referenten Karl-Heinz Weißmann begangen wurde. Weißmann ist Mitbegründer des völkischen „Institut für Staatspolitik“, das seit mehreren Jahren das Milieu der sogenannten „Neuen Rechten“ um die AfD und die „Identitäre Bewegung“ mit offen auftretenden Neonazis vernetzt. Auch wenn Weißmann sich mit dem Kopf des „IfS“, Götz Kubitschek später überwarf, steht er weiterhin zu den dort propagierten völkisch-nationalistischen Inhalten.


Karl-Heinz Weißmann und Gerhard Vierfuß während der Veranstaltung des „Oldenburger Kreis“ am 26.08.2017
Bild: recherche-nord

Ebenfalls beim „Oldenburger Kreis“ dabei ist Andreas Vonderach. Der Oldenburger Publizist schreibt in der „Sezession“, die an das „Institut für Staatspolitik“ angebunden ist, über das „Volk der Germanen“ und darüber hinaus offen von „genetischen Sachverhalten im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Fragen“. Dort bezieht er sich auch positiv auf das Buch „Rasse, Evolution und Verhalten“ des kanadischen Rassisten J.Philippe Rushton. Rushton spricht von „Hauptrassen“ und argumentiert dort unter anderem mit früher Geschlechtsreife, sexueller Aktivität, Größe der Genitalien und folglich auch mit der Ausbreitung dieser „Rassen“. Offenbar Inhalte, die Gerhard Vierfuß teilt. Nicht umsonst arbeitet er offen mit Andreas Vonderach zusammen. Bei einem rassistischen „Frauenmarsch“ im emsländischen Papenburg trat Vierfuß zudem mit einer Stofftasche des „Antaios“-Verlags auf, der ebenfalls im „Institut für Staatspolitik“ in Schnellroda ansässig ist.


Andreas Vonderach während der Veranstaltung des „Oldenburger Kreis“ am 26.08.2017
Bild: recherche-nord

Solidarität und Zusammenarbeit mit Holocaustleugner*innen – nicht nur „Kontakte“, sondern purer Antisemitismus

Ebenfalls nennenswert sind Vierfuß‘ antisemitische Vernetzungen. Dass 2016 mit Imke Barnstedt eine bekannte Holocaustleugnerin an einer AfD-Kundgebung in der Oldenburger Innenstadt teilnahm, ließ aufmerken. Doch der Besuch Barnstedts war keineswegs ein Einzelfall. Bei einem rassistischen „Frauenmarsch“ der AfD in Papenburg war Barnstedt ebenfalls anwesend – und offenbar gemeinsam mit den Vertreter*innen der Oldenburger AfD angereist. Auch der „Volkstrauertag“ im Jahr 2018 belegt die stetigen Verbindungen von Vierfuß und der AfD zu der Holocaustleugnerin. Gemeinsam besuchte man eine Gedenkveranstaltung in Oldenburg.


Gemeinsame Teilnahme am „Volkstrauertag“ 2018: Ganz rechts: Imke Barnstedt, daneben Gerhard Vierfuß. Mit Gehhilfe: Thomas Hoyer. Ganz links im Bild: mit Fahrrad eine AfD-Aktivistin, die ebenfalls beim „Oldenburger Kreis“ und bei einer „OLGIDA“-Kundgebung vor Ort war.

Auch die bundesweit bekannte, derzeit inhaftierte notorische Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel wurde von Gerhard Vierfuß (wie auch von anderen lokalen AfD-Mitgliedern) unterstützt. Haverbeck-Wetzel ist eine Ikone in der militanten Neonaziszene und hat nie einen Hehl daraus gemacht, selbst dem Nationalsozialismus nahe zu stehen. Eben jede Nationalsozialistin und Holocaustleugnerin unterstützte Vierfuß in einer Onlinepetition, die aus der Neonaziszene initiiert wurde, und forderte ihre Freilassung.

Diese Bezüge sind keineswegs zufällig. Vierfuß äußert sich in den sozialem Medien selbst antisemitisch, etwa indem er von einer vermeintlich „tragenden Rolle von Juden bei der Auflösung aller Dinge“ fantasiert und sich dabei auf den Antisemiten Kevin MacDonald bezieht. Auch raunt Vierfuß, man solle sich „den Anteil von Juden, die innerhalb der UN massiv für Migration eintreten“ anschauen. Wenig subtil wird hier die Verschwörungstheorie des „großen Austauschs“ genährt, nach der die „deutsche Bevölkerung“ gegen Geflüchtete ausgetauscht werden solle. Vermeintlich gesteuert von finsteren Mächten im Hintergrund, die Vierfuß hier offen benennt. Passend dazu teilt Gerhard Vierfuß via Twitter auch ein verschwörungsideologisches Video über den „Adel, die Rothschilds & das Klimamärchen“. Für Vierfuß „Analysen dessen, was eigentlich geschieht in der Welt“, die er „zumindest teilweise sehr überzeugend“ findet. Grundsätzlich ist Vierfuß der Ansicht, dass sich „Juden sich im Durchschnitt wesentlich weniger loyal verhalten als andere“.

Im Übrigen äußert sich auch Vierfuß‘ Mitstreiter Andreas Vonderach unverblümt antisemitisch, etwa wenn er jüdische Menschen als „ökonomische und intellektuelle Elite“ beschreibt. „Die Ostjuden“ hätten „ihre einseitige Züchtung auf Intelligenz mit besonders vielen Erbkrankheiten erkauft“.

Ganz in diesem Sinne enthält auch Vierfuß‘ Sprache NS-Bezüge, etwa wenn er in sozialen Netzwerken von einer „Entartung der sozialen Marktwirtschaft“ oder von der grenzenlosen „Verlogenheit unserer Systempolitiker“ schreibt.

Auch im Bezug auf Homosexualität ist Vierfuß rabiat. So bezeichnet er Homosexuelle als „weniger glückliche Zeitgenossen“ mit einer „rezessiv vorhandenen genetischen Erkrankung“.

In diesem Artikel könnten wir unzählige weitere Belege dafür anführen, warum wir Gerhard Vierfuß als völkischen Hardliner einschätzen. Zu nennen wären etwa die Bürogemeinschaft mit dem „alten Burschenschafter“ und Rechtsanwalt Volker F. Felmy, die bis zu dessen Ruhestand Bestand hatte, die Kontakte zum „alten Burschenschafter“ und Parteifreund Thomas Hoyer, die Lobeshymnen auf den ungarischen Regierungspräsidenten Viktor Orban, den Versuch in Oldenburg einen Ableger der „Gelbwestenproteste“ zu etablieren und vieles mehr.

Vierfuß selbst verkündet bei Twitter: „Langfristig muss diese BRD durch eine Neugründung des deutschen Staates mit neuer Verfassung überwunden werden“. Wie ein solcher Staat aussehen würde, lässt sich leicht erahnen.

Der Einzug Vierfuß in den Oldenburger Stadtrat, der bei der Ratssitzung am 30.09.2019 um 18:00 Uhr im PFL offiziell vollzogen werden wird, bedeutet, dass es zukünftig einen gut vernetzten völkischen Rassisten und Antisemiten im Oldenburger Kommunalparlament geben wird.

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Trödel, Nazifahnen und Waffen: Zu Besuch in der „Auktionshalle Leer“ http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/10/troedel-nazifahnen-und-waffen-zu-besuch-in-der-auktionshalle-leer/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/10/troedel-nazifahnen-und-waffen-zu-besuch-in-der-auktionshalle-leer/#comments Tue, 10 Sep 2019 19:56:05 +0000 Administrator Allgemein Naziszene eigene Veröffentlichungen http://antifaelf.blogsport.de/2019/09/10/troedel-nazifahnen-und-waffen-zu-besuch-in-der-auktionshalle-leer/ Es gibt sie in nahezu jeder Region: Große Trödelläden, in denen sich diverses ausrangiertes Gerümpel findet. Auch Im ostfriesischen Leer gibt es etwas Vergleichbares. Das besondere an der  „Auktionshalle Leer“:

Neben dem üblichen Schnickschnack finden sich hier auch zahlreiche Nazi-Fanartikel. Die Spannbreite reicht von Fahnen bis hin zu Hitlers „Mein Kampf“. Wenig Hehl macht indes auch Inhaber Dieter Schmidt von seiner politischen Gesinnung: So hängen auch rassistische Bilder offen aus.

Was die Angelegenheit noch gefährlicher macht: Der Verkauf von mutmaßlich scharfen Waffen. Diese sind noch nicht einmal mehr gesondert gesichert, sondern liegen offen im Laden herum. Auf einem Hinweisschild bei den ausliegenden Gewehren ist vermerkt, dass bei Interesse nicht an den Waffen „hantiert“ werden solle, sondern dass das Personal zu fragen sei. Dies spricht unserer Ansicht nach dafür, dass es sich hier um gefährliche Schusswaffen handeln könnte.

Wie attraktiv leicht erwerbbare Waffen in Trödelläden gerade für Neonazis sind, zeigte sich zuletzt im Fall des ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Der Neonazi Stephan Ernst mordete mit einer Waffe – die er in einem Trödelladen gekauft hat (Quelle: SpiegelTV, ab Minute: 7:22).

Mittlerweile hat Dieter Schmidt angekündigt, die Auktionshalle Ende des Jahres 2019 schließen zu wollen. Als Grund werden die „Entwicklung der Internetmärkte und die wirtschaftliche und politische Lage in unserem Land“ genannt. Der Spuk hat also bald ein Ende. Hoffentlich rechtzeitig.

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Sorry für den Fehlalarm http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/17/sorry-fuer-den-fehlalarm/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/17/sorry-fuer-den-fehlalarm/#comments Wed, 17 Jul 2019 19:42:38 +0000 Administrator Allgemein eigene Veröffentlichungen http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/17/sorry-fuer-den-fehlalarm/ Unsere Meldung vom 16.07.2019 schlug hohe Wellen (unter anderem in der Nordwestzeitung und in der Kreiszeitung). Letztlich unbegründet, denn es fand kein AfD-Stammtisch in der Graf-Anton-Günther-Schule statt.


kurzfristig organisierte antifaschistische Proteste vor der Graf-Anton-Günther-Schule

Wir entschuldigen uns für den falschen Alarm. In der Vergangenheit haben wir des Öfteren Tipps und Hinweise bekommen, die wir stets sorgfältig prüfen. Mehrmals waren gute Hinweise dabei, die sich auch bewahrheitet haben. Auch der Hinweis, der zu unserer Meldung am am 16.07. führte, schien auf den ersten Blick schlüssig und glaubwürdig zu sein. Für eine exakte Verifizierung blieb angesichts der Kürze der Zeit keine Gelegenheit. Wir mussten sehr schnell entscheiden, ob wir diese durchaus brisante Meldung, die uns nachvollziehbar schien, veröffentlichen oder nicht.

Gut möglich, dass es sich also um eine Falschmeldung handelte. Nicht auszuschließen ist jedoch auch, dass durchaus etwas geplant war. Dass es beispielsweise eine Einzelperson mit Schlüsselgewalt gibt, die der AfD im Verborgenen einen Raum in der Schule zur Verfügung stellen wollte und die nach unserer Veröffentlichung einen Rückzieher gemacht hat. Oder dass die AfD noch kurzfristig Ort oder Zeit verschoben hat. Es gibt mehrere Möglichkeiten.

Zu diesem Zeitpunkt können wir über die genauen Hintergründe nur spekulieren.

Trotz der bereits am Nachmittag unklaren Informationslage fanden sich etwa 50 Antifaschist*innen an der Graf-Anton-Günther-Schule ein. Wir bedanken uns bei allen aufmerksamen Menschen, die kurzfristig zur Graf-Anton-Günther-Schule gekommen sind. Ihr seid super! Lieber ein Mal mehr auf dem Posten sein als zu wenig.

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AfD plant Stammtisch an der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/16/afd-plant-stammtisch-an-der-graf-anton-guenther-schule-in-oldenburg/ http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/16/afd-plant-stammtisch-an-der-graf-anton-guenther-schule-in-oldenburg/#comments Tue, 16 Jul 2019 19:03:24 +0000 Administrator Allgemein Aufrufe Völkisches Milieu http://antifaelf.blogsport.de/2019/07/16/afd-plant-stammtisch-an-der-graf-anton-guenther-schule-in-oldenburg/ Wie uns kurzfristig zugespielt wurde, plant der Oldenburger Kreisverband der AfD einen Stammtisch am Mittwoch, 17.Juli 2019 an der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg. Beginnen soll es um 19:00 Uhr.


Antifaschistische Proteste gegen den letzten Oldenburger AfD-Stammtisch im „Gesellschaftshaus Meyer“ am 20.06.2019
Bild: Nutshell Fotografie

Bemerkenswert ist die thematische Ausrichtung der geplanten Veranstaltung. Vor dem Hintergrund des momentan bundesweit tobenden Flügelkampfes in der Partei positioniert sich der Oldenburger Ableger eindeutig auf der Seite des völkisch-nationalistischen „Flügels“ um Björn Höcke. Das Thema lautet nämlich: „Der Flügel, Gefahr oder Chance für die AfD?“. Zwar sollen an dem Abend ebenso die gemäßigteren Positionen der „alternativen Mitte“ Gehör finden, die Auswahl des Referenten spricht allerdings für eine eindeutige Positionierung in Richtung des radikal-völkischen „Flügels“: Hans-Thomas Tillschneider ist als völkischer und homophober Hardliner bekannt. Unter anderem unterhielt er bis Herbst 2018 ein Wahlkreisbüro im Haus der „Identitären Bewegung“ in Halle-Saale.

Darüber hinaus gibt die Oldenburger AfD in ihrem Einladungsschreiben an, Tillschneider auf dem sogenannten „Kyffhäusertreffen“ des völkischen Flügels getroffen zu haben. Dieses Treffen soll ebenfalls während des in Oldenburg geplanten Stammtisches nachbesprochen werden.

Proteste lohnen sich – AfD verliert letzte Gaststätte in Oldenburg

Ebenfalls im Einladungsschreiben vermerkt Andreas Paul, dass die Oldenburger AfD nach den antifaschistischen Protesten beim letzten Stammtisch nun auch das Gesellschaftshaus Meyer als Veranstaltungsstätte verloren habe. Somit bliebe nur noch die Nutzung öffentlicher Räume. In diesem Fall also die Graf-Anton-Günther-Schule.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Die Graf-Anton-Günther-Schule, die in Trägerschaft des Landkreises Oldenburg ist, führt seit mehreren Jahren den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ unter der Patenschaft der EWE-Baskets Oldenburg. Um so unverständlicher, dass dort jetzt eine völkisch-rassistische Parteiveranstaltung genehmigt wird.

Dass die AfD mit dem Gesellschaftshaus Meyer einen langjährigen Treffpunkt verloren hat, zeigt dass antifaschistische Proteste effektiv sind und die völkische Partei in ihrer Handlungsfähigkeit einschränken. Seit Jahren kann die AfD ihre Stammtische nicht mehr öffentlich bewerben, was die Außenwirkung für potentielle Interessent*innen extrem einschränkt. Auch zeigen Proteste, dass die AfD keine Partei wie jede andere ist. Es darf nicht zur Normalität werden, dass sich eine antifeministische, völkisch-nationalistische Partei ungestört organisiert.

Deswegen rufen Antifaschist*innen dazu auf, sich am Mittwoch, 17.Juli 2019 um 18:00 Uhr an der Graf-Anton-Günther-Schule zu treffen und gegen den völkischen Stammtisch zu protestieren.

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